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Wurde der Chef des IS verwundet?

Die Terrormiliz hat schwere Verluste erlitten. Allein in Kobane soll der IS mehr als 600 Kämpfer verloren haben. Irakische Beamte melden zudem einen Angriff auf den Anführer Abu Bakr al-Bagdadi.

Soll am Samstag bei einem Luftangriff verwundet worden sein: Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat.
Soll am Samstag bei einem Luftangriff verwundet worden sein: Abu Bakr al-Baghdadi, der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat.
Keystone

Der Anführer der Terrorgruppe Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, ist nach irakischen Angaben bei einem Luftangriff verletzt worden. Dies meldeten das Verteidigungs- und das Innenministerium des Landes in Bagdad. Die Schwere der Verwundung blieb jedoch offen. Das Pentagon konnte die Angaben nicht bestätigen. Sollten sich die Informationen bestätigen, wäre dies ein Rückschlag für die Terrormiliz, die weite Teile Syriens und des Irak unter ihrer Kontrolle hat. US-Präsident Barack Obama stellte ein aggressiveres Vorgehen gegen die Extremistengruppe in Aussicht.

Verwirrung herrschte über den Ort des Angriffs auf den IS-Führer. Ein Beamter des Innenministeriums in Bagdad sagte der Nachrichtenagentur AP, Al-Bagdadis Verwundung rühre von einem Luftangriff am Samstag in der Stadt Kaim in der westlich gelegenen Provinz Anbar. Der Beamte berief sich auf Informanten innerhalb des IS.

Auf der Facebook-Seite von Verteidigungsminister Chalid Obeidi hiess es jedoch, Al-Bagdadi sei in der nordirakischen Stadt Mossul ins Visier genommen worden. Dort hatten Kampfjets nach Pentagonangaben Luftangriffe auf ein Treffen von Befehlshabern der IS-Miliz geflogen. Ob auch Al-Bagdadi unter ihnen war, konnte das US-Militär jedoch nicht sagen. Auch über Al-Bagdadis mutmassliche Verletzung lägen keine Informationen vor, sagten Beamte des Verteidigungsministeriums in Washington.

Zehn Millionen Dollar Kopfgeld

Unter Führung des selbst ernannten Kalifen Al-Bagdadi hatte der IS Teile von Syrien und des Irak überrannt und dieses Jahr einen Gottesstaat im Nahen Osten ausgerufen. Seither gilt er als weltweit gefürchtetster Gotteskrieger.

Al-Bagdadi, der zwischen 40 und 50 Jahre alt sein soll, steht seit 2010 an der Spitze der Gruppe. Ein Bündnis mit der al-Qaida-nahen Nusra-Front in Syrien hatte er gelöst und seinen eigenen Machtanspruch formuliert. Seine Terrorgruppe zog danach Tausende junger Leute an, die für den IS in den Kampf ziehen wollen, darunter auch viele aus Westeuropa. Die USA haben zehn Millionen Dollar Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.

«Neue Phase» im Kampf gegen den IS

US-Präsident Barack Obama sieht eine «neue Phase» im Kampf gegen den IS im Irak. Die Luftangriffe hätten «sehr wirksam» die Kapazitäten der Jihadisten verringert und ihren Vormarsch verlangsamt, sagte er in einem Interview.

Statt zu versuchen, ihnen nur den Schwung zu nehmen, sei man jetzt in einer Position, damit anzufangen, etwas in die Offensive zu gehen, sagte Obama am Sender im Gespräch im Sender CBS. «Was wir jetzt brauchen, sind Bodentruppen, irakische Bodentruppen, die damit beginnen, sie zurückzudrängen.» Der Präsident hatte am Freitag die Entsendung zusätzlicher 1500 US-Soldaten in den Irak angekündigt.

Er bekräftigte zugleich, dass die Amerikaner vor Ort keine Kampfeinsätze leisten, sondern lediglich bei der Ausbildung irakischer Truppen und anderer Kräfte für den Kampf gegen den IS helfen würden. Aber die USA würden örtliche Bodentruppen «nah aus der Luft» unterstützen, wenn sie so weit seien, eine Offensive gegen den IS zu starten.

Angriffe auf IS-Stellungen

Inzwischen greifen auch die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad die Terrormiliz auf syrischem Territorium immer häufiger an. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete zehn Angriffe der Assad-Truppen auf IS-Stellungen in der Stadt Al-Bab in der Provinz Aleppo. Dort seien mindestens 21 Menschen gestorben und mehr als 100 verletzt worden. Das Aleppo Media Center sprach von 30 Toten und 85 Verletzten.

Auch bei der immer noch tobenden Schlacht um die Stadt Kobane an der syrisch-türkischen Grenze erlitt der IS nach Angaben der Beobachtungsstelle deutliche Verluste: 609 IS-Kämpfer seien dort in den vergangenen Wochen umgekommen, berichteten die Aktivisten. Aufseiten der kurdischen Milizen, die den Grenzort gegen die Extremisten verteidigen, gab es demnach 363 Tote. Daneben verloren 24 Zivilisten und mehr als ein Dutzend syrischer Rebellen im Kampf um die strategisch wichtige Stadt ihr Leben.

sda/AP/ldc

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