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Zivile Tote nach Luftangriffen in Damaskus

Die syrischen Streitkräfte haben einen Vorort der Hauptstadt angegriffen. Dabei kamen mindestens 23 Menschen ums Leben. Unter ihnen befinden sich auch Frauen und Kinder.

chk
Syrische Regierungstruppen nehmen zivile Opfer in Kauf: Luftangriff in der Nähe von Damaskus. (30. Oktober 2012)
Syrische Regierungstruppen nehmen zivile Opfer in Kauf: Luftangriff in der Nähe von Damaskus. (30. Oktober 2012)
Reuters

Mit Luft- und Panzerangriffen haben die syrischen Streitkräfte nach Angaben von Aktivisten einen Vorort der Hauptstadt Damaskus unter schweren Beschuss genommen. Mindestens 23 Menschen seien in der Stadt Duma getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Grossbritannien gestern mit. Demnach wurden im Stadtteil Hadscharije 18 Zivilisten getötet, darunter vier Frauen und fünf Kinder. Zudem seien in einer anderen Gegend von Duma fünf Rebellenkämpfer bei Gefechten mit Regierungssoldaten ums Leben gekommen.

Auf Videos, die von Aktivisten ins Internet gestellt wurden, war zu sehen, wie Bewohner auf der Suche nach Leichen Trümmer durchkämmten, die nach den Luftangriffen zurückgeblieben sein sollen. Die Syrische Beobachtungsstelle warnte, die Zahl der Opfer in Duma könne noch steigen.

Über 35'000 Opfer

Da die Aufständischen im Kampf gegen die Streitkräfte des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zuletzt immer mehr an Boden gewannen, haben die Regierungstruppen ihre Luftangriffe ausgeweitet. Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime im März 2011 sind Aktivisten zufolge mehr als 35'000 Menschen ums Leben gekommen.

Unterdessen berichteten Aktivisten, Regierungstruppen hätten mit massiven Luftangriffen einen Versuch zur Rückeroberung der von Rebellen gehaltenen Stadt Maaret al Numan unternommen. Die Luftwaffe habe mit Bombardements den Angriff der Bodentruppen auf die Stadt unterstützt. Nach Angaben der Beobachtungsstelle kamen dabei mindestens sieben Menschen ums Leben, darunter vier Kinder.

Regierung will Maaret al Numan zurückerobern

Maaret al Numan liegt an der Hauptverbindungsstrasse zwischen der Hauptstadt Damaskus und Aleppo. Anfang des Monats hatten Rebellen das Gebiet und die Stadt circa 80 Kilometer südlich von Aleppo erobert. Damit gelang es ihnen, den Weg für Nachschub und Verstärkungen für die Regierungstruppen in Aleppo zu unterbrechen. Dort stecken die Truppen von Präsident al-Assad in einem blutigen Kampf um die Kontrolle der Stadt fest.

Bereits am Montag war Maaret al Numan während der gescheiterten Waffenruhe bombardiert worden. Nach Auskunft des Leiters der Beobachtungsstelle, Rami Abdul-Rahman, kämpften Rebellen und Regierungstruppen am südlichen Stadtrand gegeneinander. Das Regime wolle die strategisch wichtige Stadt zurückerobern.

Attentat auf syrischen Generalmajor gemeldet

Auch aus anderen Gegenden des Landes wurden Gewalttaten gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur berichtete, ein Generalmajor der Luftwaffe, Abdullah Mahmud al-Chalidi sei in dem Damaszener Viertel Rukn Eddine getötet worden. Allerdings könnte eine solche Tat als Vergeltung an Offizieren der Luftwaffe für zahlreiche Angriffe von Kampfflugzeugen gesehen werden.

Die Örtlichen Koordinationskomitees und die Beobachtungsstelle berichteten von Luftangriffen auch auf die Damaszener Vororte Arbin und Samalka.

Kämpfe in palästinensischem Flüchtlingslager in Damaskus

In Damaskus gab es nach Angaben von Aktivisten Gefechte zwischen syrischen Soldaten und Rebellen in einem palästinensischen Flüchtlingslager. Berichte über Tote nach den Kämpfen im Lager Jarmuk in der syrischen Hauptstadt lagen nicht vor, wie die Beobachtungsstelle und die Koordinationskomitees gestern mitteilten.

Zu Beginn des Aufstandes bezogen viele palästinensische Flüchtlinge noch keine Stellung. Inzwischen haben sich jedoch vor allem Jugendliche den Kämpfen angeschlossen. Sie wurden animiert durch die ständig wachsende Gewalt und den Ruf nach mehr Freiheit, der auch den Arabischen Frühling prägte.

In der Türkei brachte Aussenminister Ahmet Davutoglu sein Bedauern zum Ausdruck, dass die jüngst vereinbarte Waffenruhe nicht gehalten hatte. Die Türkei, einst ein enger Verbündeter Assads, werde nicht in einen Dialog mit der syrischen Regierung treten, sagte der Minister.

(dapd)

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