Zwei al-Qaida-Geiseln bitten in Video um Hilfe

Zwei Männer aus Frankreich und den Niederlanden befinden sich in den Händen einer Extremistengruppe. In einem jetzt aufgetauchten Video richten sie sich an ihre Regierungen. Eine der Geiseln ist in Lebensgefahr.

Wurde im November 2011 in Mali entführt: Der Niederländer Sjaak Rijke bittet im Video seine Regierung um Hilfe. (17. November 2014)

Wurde im November 2011 in Mali entführt: Der Niederländer Sjaak Rijke bittet im Video seine Regierung um Hilfe. (17. November 2014)

(Bild: AFP)

Die Extremistengruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) hat ein Video mit zwei Geiseln aus Frankreich und den Niederlanden veröffentlicht. Darin drängen die Männer ihre Regierungen zu Verhandlungen über ihre Freilassung.

Wie das auf die Auswertung islamistischer Internetportale spezialisierte US-Unternehmen Site am Montag mitteilte, sind in dem Video der Franzose Serge Lazarevic und ein Mann zu sehen, der sich als Sjaak Rijke aus den Niederlanden vorstellt.

Der Elysée-Palast in Paris bestätigte am späten Montagabend die Echtheit des Videos. Die Aufnahmen seien ein «lang ersehnter Beweis», dass der 50-jährige Lazarevic noch am Leben sei, teilte die Präsidentschaft mit.

Staatspräsident François Hollande sei im ständigen Kontakt mit den Behörden der Länder der Region und werde «alle Formen des Dialogs» nutzen, damit der Franzose freikomme. Er ist die derzeit einzige französische Geisel.

Lazarevic, der neben der französischen auch die serbische Staatsbürgerschaft hat, war 2011 im Norden von Mali entführt worden. Er war gemeinsam mit einem weiteren Franzosen, Philippe Verdon, auf Geschäftsreise, als beide von Bewaffneten verschleppt wurden. Verdon wurde später tot aufgefunden.

Schwer krank und in Lebensgefahr

In dem nun im Internet verbreiteten knapp vierminütigen Video war Lazarevic mit einem dichten Bart zu sehen, ausserdem trug er eine schwarze Kappe und ein graues Gewand. Er sagte auf Französisch, dass er schwer krank und in Lebensgefahr sei. Zudem appellierte er an die Regierung in Paris, in Verhandlungen über seine Freilassung zu treten.

Der Mann, der sich als der 54-jährige Niederländer Rijke vorstellte, richtete in dem Video einen ähnlichen Appell an seine eigene Regierung. Auch er trat mit einem Bart auf und sprach auf Englisch mit niederländischem Akzent. Rijke war ebenfalls im November 2011 in Mali entführt worden, allerdings unabhängig von Lazarevic.

Das Aussenministerium in Den Haag erklärte zu dem Video, es sei über die Aufnahmen im Bilde. Im Interesse der Angehörigen der Geisel wolle sich das Ministerium aber nicht weiter äussern, sagte eine Sprecherin.

Zeitpunkt der Aufnahmen unklar

In dem Video gab es keinen Hinweis darauf, wann und wo es aufgezeichnet wurde. Der als Rijke präsentierte Mann nannte als Datum aber den 26. September. Er war zuletzt im September vergangenen Jahres in einem Video aufgetaucht, der Franzose erschien im Juni in einem Aqmi-Video.

Am Sonntag hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die grosse Gebiete im Norden des Iraks und in Syrien kontrolliert, im Internet ein Video veröffentlicht, in dem ein maskierter Mann die Ermordung des US-Entwicklungshelfers Peter Kassig verkündete. Die IS-Miliz hatte zuvor bereits vier westliche Geiseln enthauptet und dies in Videos gezeigt.

chk/sda

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