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Zwei kanadische Schulfreunde im Heiligen Krieg

Am blutigen Geiseldrama in Algerien waren auch westliche Konvertiten beteiligt. Zwei Schulfreunde aus Kanada gehörten wohl zu den Terroristen. Sie haben sich mit ihren Geiseln in die Luft gesprengt.

Traurige Arbeit: Rettungskräfte tragen die Särge der toten Geiseln in das Spital von In Amenas. (21. Januar 2012)
Traurige Arbeit: Rettungskräfte tragen die Särge der toten Geiseln in das Spital von In Amenas. (21. Januar 2012)
Reuters
Hier sollen die Körper identifiziert werden: Algerische Sicherheitsleute koordinieren das Entladen der Leichen aus Lastwagen. (21. Januar 2012)
Hier sollen die Körper identifiziert werden: Algerische Sicherheitsleute koordinieren das Entladen der Leichen aus Lastwagen. (21. Januar 2012)
AFP
Er führt die Jihadisten an: Mokhtar Belmokhtar. (undatierte Aufnahme)
Er führt die Jihadisten an: Mokhtar Belmokhtar. (undatierte Aufnahme)
Reuters
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An der blutigen Geiselnahme auf einem algerischen Gasfeld im Januar waren einem Fernsehbericht zufolge auch zwei kanadische Extremisten beteiligt. Es handele sich um zwei Schulfreunde aus der kanadischen Stadt London in der Provinz Ontario, berichtete der kanadische Sender CBC. Christos K. entstammte demnach einer griechisch-orthodoxen Familie, sei aber zum Islam konvertiert. Bei dem anderen Extremisten handele es sich um Ali M. Beide Männer hätten in einem Wohnviertel der Mittelklasse gelebt, hiess es in dem Bericht weiter.

Unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen berichtete CBC News, es sei «wahrscheinlich», dass K. und M. sich absichtlich mit den letzten zehn Geiseln in die Luft gesprengt hätten. Mit den beiden Kanadiern seien vergangenes Jahr mindestens zwei weitere Schulkameraden ins Ausland gereist. Ob auch sie an der Geiselnahme auf dem Gasfeld in In Aménas beteiligt gewesen seien, sei unklar.

Geheimdienst wurde schon früher aufmerksam

Die kanadische Polizei hatte vor gut einer Woche mitgeteilt, dass zwei Kanadier zu den Geiselnehmern in Algerien gehörten. Details zu den beiden Extremisten teilte sie jedoch nicht mit. CBC berichtete nun, bei K. handele es sich wahrscheinlich um den Geiselnehmer, den Überlebende als blonden Mann beschrieben, der fliessend nordamerikanisches Englisch gesprochen habe. Der kanadische Geheimdienst CSIS war laut CBC bereits 2007 auf K. und M. aufmerksam geworden und habe ihre Angehörigen befragt. Nach ihrer Ausreise habe der CSIS sie aber nicht weiter beobachtet.

Ein islamistisches Kommando hatte Mitte Januar die Gasförderanlage bei In Aménas in der algerischen Wüste gestürmt und hunderte Geiseln genommen. Bei einer blutigen Befreiungsaktion durch algerische Spezialkräfte wurden nach offiziellen Angaben eine algerische und 37 ausländische Geiseln getötet. Auch 29 Angreifer starben. Die Geiselnehmer hatten unter anderem ein Ende des französischen Militäreinsatzes in Mali gefordert.

(AFP)

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