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«Der Papst war verknallt in mich»

Weggefährtinnen des Papstes erinnern sich an den jungen Jorge Mario Bergoglio. Seiner Jugendliebe, Amalia Damonte, machte er vor Jahren einen Heiratsantrag. Eine Lehrerin erzählt vom «kleinen Teufel».

Blutsverwandt mit dem Papst: Die Schwester von Franziskus, Maria Elena Bergoglio (l.) mit ihrem Sohn Jorge in der Nähe von Buenos Aires. (14. März 2013)
Blutsverwandt mit dem Papst: Die Schwester von Franziskus, Maria Elena Bergoglio (l.) mit ihrem Sohn Jorge in der Nähe von Buenos Aires. (14. März 2013)
AFP
Hilft den Kranken und Armen: Der damalige Kardinal Jorge Mario Bergoglio küsst einem Patienten in einer Unterkunft für Drogensüchtige die Füsse. (März 2008)
Hilft den Kranken und Armen: Der damalige Kardinal Jorge Mario Bergoglio küsst einem Patienten in einer Unterkunft für Drogensüchtige die Füsse. (März 2008)
AFP
Der erste öffentliche Auftritt von Papst Franziskus nach seiner Wahl am Mittwochabend.
Der erste öffentliche Auftritt von Papst Franziskus nach seiner Wahl am Mittwochabend.
Keystone
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Eine Argentinierin, die ebenso wie Papst Franziskus 76 Jahre alt ist, berichtete im argentinischen Fernsehen von ihrer Kindheitsfreundschaft zum heutigen Papst. Sie seien zehn bis zwölf Jahre alt gewesen, als Bergoglio um ihre Hand angehalten habe, berichtete die zierliche grauhaarige Frau namens Amalia Damonte.

Der junge Jorge habe ein weisses Haus mit einem roten Dach gezeichnet und dazu geschrieben: «Dieses kleine Haus werde ich kaufen, wenn wir heiraten.» Ihre Eltern seien schockiert gewesen und hätten sie von dem Jungen ferngehalten, berichtete Amalia. Ihre Mutter habe den Brief zerrissen. Bergoglio habe damals gesagt: «Wenn ich nicht heirate, werde ich Priester.» Zehn Jahre nach dem Vorfall mit dem Brief war er im Priesterseminar.

«Jorge war verknallt in mich», erinnert sich Damonte. Als Kinder hätten sie oft zusammen auf den Strassen von Buenos Aires gespielt. «Ich mochte ihn sehr», fügte sie an. Als sie im Fernsehen sah, dass ihre Jugendliebe zum Papst gewählt worden sei, sei sie wie eingefroren auf dem Sofa gesessen. «Ich konnte Jorges Wahl zum Papst nicht fassen», sagte sie.

«Er war ein kleiner Teufel»

Auch die heutige Leiterin von Bergoglios katholischer Schule in Buenos Aires kann sich gut an die Kinderjahre des neuen Papsts erinnern. Laut der Nonne war Papst Franziskus an seiner damaligen Schule ein lebhaftes Kind. «Er war ein Teufel, ein kleiner Teufel, wie jeder Junge», sagte Schwester Martha Rabino, die heutige Leiterin von Bergoglios katholischer Schule in Buenos Aires, der Nachrichtenagentur AFP.

«Wer hätte damals gedacht, dass er einmal Papst wird?», fragte die 71-Jährige. Bergoglio habe in der Schule das Einmaleins auswendig gelernt, indem er Treppenstufen übersprang, berichtete die Nonne. Dies habe Bergoglios erste Lehrerin, Schwester Rosa, ihm immer wieder erzählt.

Bergoglio «war unermüdlich»

Bergoglio habe Schwester Rosa bis zu ihrem Tod im Alter von 101 Jahren im vergangenen Jahr regelmässig besucht, sagte Rabino. Er habe sie stets gefragt, wie er als Kind war. Schwester Rosa habe gesagt: «Du warst ein Teufel. Hast du dich gebessert?», woraufhin Bergoglio schallend gelacht habe. Schwester Rosa habe gesagt: «Ich weiss noch, wie du deine Multiplikationstabelle auf den Treppen gelernt hast und die Stufen hochgehüpft bist, immer zwei auf einmal, zwei, vier, sechs. Du warst unermüdlich.»

Der bisherige Erzbischof von Buenos Aires habe die Nonnen seiner ehemaligen Schule regelmässig zum Teetrinken besucht. Eine Nonne, die ihm besonders viel bedeutet habe, sei seine einstige Katechismus-Lehrerin Schwester Dolores gewesen. Nach deren Tod habe er eine ganze Nacht lang geweint. Rabino erinnerte zudem an die Familie des heutigen Papstes. Seine Mutter sei sehr fromm gewesen und habe ihm viel beigebracht. Die Familie sei jeden Sonntag in der zur Schule gehörenden Kirche im Stadtteil Flores zur Messe gegangen.

«Kirchner und Bergoglio sind starke Persönlichkeiten»

Zum schwierigen Verhältnis zwischen Bergoglio und der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner sagte Rabino, die Kirchner vor Jahrzehnten in Katechismus unterrichtete, beide seien starke Persönlichkeiten mit festen Überzeugungen. Sie habe sich sehr über Kirchners Glückwunschschreiben an den neuen Papst gefreut, sagte Rabino.

AFP/chk/wid

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