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Flüchtlinge nähen sich aus Protest die Münder zu

Die Ausschreitungen rund um die Lagerräumung in Calais halten an. Eine Gruppe von Iranern griff nun zu drastischen Mitteln.

Flüchtlinge in einem zerstörten Teil des Lagers bei Calais. (12. März 2016)
Flüchtlinge in einem zerstörten Teil des Lagers bei Calais. (12. März 2016)
Thibault Vandermersch, Keystone
Stille Rebellion: Ein vermummter Iraner, der sich die Lippen zugenäht hat. (3.März 2016)
Stille Rebellion: Ein vermummter Iraner, der sich die Lippen zugenäht hat. (3.März 2016)
Michel Spingler, Keystone
Bei der Räumung kamen auch Bulldozer zum Einsatz.
Bei der Räumung kamen auch Bulldozer zum Einsatz.
Carl Court/Getty Images
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Aus Widerstand gegen die Teilräumung des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais haben sich mehrere Migranten mit Nadel und Faden die Münder zugenäht. «Wir sind Menschen» und «Wo ist unsere Freiheit?» stand auf ihren Plakaten, die sie bei der drastischen Demonstration gestern in die Luft hielten.

«Sie haben uns gebeten, ihnen die Lippen zuzunähen, das haben wir natürlich abgelehnt», sagte ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. «Sie haben es dann selbst gemacht. Die Nadeln haben sie erhitzt, um sie zu sterilisieren.»

Ausschliesslich Männer

Die Protestgruppe bestand aus neun iranischen Männern, wie es in einem Bericht von «Le Matin» heisst. Ihre Gesichter seien vermummt gewesen, nur die Lippen waren zu sehen. Auf einem weiteren Plakat war demnach zu lesen «Hört ihr uns jetzt zu?»

Die protestierenden Iraner hätten sich so vor Sicherheitskräfte gestellt, die gerade dabei waren, Teile des südlichen Lagers niederzureissen.

Räumungsaktion läuft seit Montag

Die französischen Behörden hatten am Montag mit dem Abriss provisorischer Hütten im «Dschungel» genannten Lager begonnen. Von Calais aus, wo tausende Menschen unter katastrophalen Bedingungen hausen, versuchen die Flüchtlinge in den Eurostar oder auf Lastwagen und Fähren zu gelangen, um nach Grossbritannien zu kommen.

Paris will die Flüchtlinge in anderen Einrichtungen unterbringen. Diese fürchten aber, dadurch auch die letzte Chance für eine Weiterreise nach Grossbritannien zu verlieren.

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