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Frauen in Aktenordnern und eine Lawine voller Häme

Mitt Romney wollte ausführen, wie er sich für Frauen starkgemacht hat. Die Sache ging nach hinten los: Im Internet ergiesst sich Hohn und Spott über den Republikaner.

Im US-Wahlkampf, der bisweilen von Schnitzern der Kandidaten befeuert wird, hat der republikanische Herausforderer Mitt Romney seinen Gegnern neue Munition geliefert.

Romney wollte in der zweiten TV-Debatte mit US-Präsident Barack Obama eigentlich ausführen, wie er sich in seiner Amtszeit als Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts für Frauen stark gemacht habe, doch der Schuss ging nach hinten los: Einmal hätten sich auf eine von ihm ausgeschriebene Stelle nur Männer beworben, erzählte Romney. Da habe er seine Leute losgeschickt, um Frauen zu suchen, die qualifiziert genug wären, in seinem Kabinett zu dienen. Er habe sich an Frauengruppen gewandt, mit der Bitte, ihm bei der Suche zu helfen. Die hätten ihm dann «ganze Aktenordner voller Frauen» («whole binders full of women») gebracht, sagte der Ex-Manager.

Befürchtungen bestätigt

Im Internet ergoss sich daraufhin Hohn und Spott über den Republikaner. Sofort tauchte ein Tumblr-Blog auf mit Fotos von Frauen in Aktenordnern und eine Facebook-Seite wurde kreiert, auf der die Nutzer ihrem Ärger freien Lauf lassen können. Der Schauspieler Zach Braff («Scrubs») twitterte: «Das, was mir von der heutigen Debatte blieb, ist, dass ich einen Aktenordner voller Frauen brauche.»

Die herablassende Aussage habe die Wahrnehmung vieler bestätigt, schreiben die Macher der Seite, dass Romney keine Ahnung habe von den wirtschaftlichen Problemen der Amerikaner. Die Aussage mache Frauen zum Objekt, sie unterstreiche die Befürchtung vieler, dass Romney ein sexistischer und rückständiger Präsident wäre.

Die Formulierung dürfte dem Republikaner nicht helfen, seinen gemäss Umfragen beträchtlichen Rückstand bei den weiblichen Wahlberechtigten aufzuholen.

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