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Halbwahrheiten und rätselhafte Aussagen

Zum letzten Mal kreuzten Barack Obama und Mitt Romney in einem TV-Duell die Klingen. Laut den Faktenprüfern äusserten beide Politiker Behauptungen, die einer Überprüfung nicht standhalten.

Angesichts der aussenpolitischen Erfahrung Barack Obamas (links) gab sich Herausforderer Mitt Romney (rechts) als verständiger Mann. (23. Oktober 2012)
Angesichts der aussenpolitischen Erfahrung Barack Obamas (links) gab sich Herausforderer Mitt Romney (rechts) als verständiger Mann. (23. Oktober 2012)
Reuters
Wieder angriffig: Präsident Barack Obama wollte sich in der dritten TV-Debatte wieder energiegeladen zeigen. Gouverneur Mitt Romney zeigte sich zurückhaltender. (Foto: 22. Oktober 2012)
Wieder angriffig: Präsident Barack Obama wollte sich in der dritten TV-Debatte wieder energiegeladen zeigen. Gouverneur Mitt Romney zeigte sich zurückhaltender. (Foto: 22. Oktober 2012)
Rick Wilking, Reuters
Letzte Chance? Die Umfragen sind spitz auf spitz. Barack Obama – hier beim Einsteigen ins Präsidentenflugzeug nach Florida – muss am Dienstag eine perfekte Debatten-Vorstellung abliefern, um seinen eben noch sicher geglaubten Sieg zu retten. (22. Oktober 2012)
Letzte Chance? Die Umfragen sind spitz auf spitz. Barack Obama – hier beim Einsteigen ins Präsidentenflugzeug nach Florida – muss am Dienstag eine perfekte Debatten-Vorstellung abliefern, um seinen eben noch sicher geglaubten Sieg zu retten. (22. Oktober 2012)
Kevin Lamarque, Reuters
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Besuch in Israel, Russland als Feind und die Zahl der amerikanischen Kanonenboote: Die Debatte über die US-Aussenpolitik war voller Behauptungen und gegenseitiger Anschuldigungen. Nicht alle Äusserungen halten der Faktenüberprüfung stand.

Obama: Romney hat als Geschäftsmann in Firmen investiert, die Jobs ins Ausland verlagern.

Urteil von «Politifact»: Streng genommen die halbe Wahrheit. Romneys Investmentgesellschaft Bain Capital kaufte Unternehmen auf, die Arbeitsplätze in den USA abbauen und im Ausland investieren sollten. Als Gründer und Teilhaber von Bain geriet Romney in den Verdacht, das Geschäft einer Finanz-«Heuschrecke» zu betreiben. Allerdings ist umstritten, ob er direkte Verantwortung für das «Outsourcing» trägt. Es gibt keinen Beleg dafür, dass er unmittelbar als Manager für eines jener Unternehmen tätig war.

Romney: Obama schwieg, als 2009 viele Iraner gegen die aus ihrer Sicht gefälschte Präsidentenwahl auf die Strassen gingen.

«Washington Post»: Stimmt so nicht. Obama betonte umgehend, wie wichtig Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Widerstand auch im Falle des Iran seien. Er reagierte in den ersten Tagen aber zurückhaltend, um Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nicht zu gefährden. Zudem wollte er sich nicht dem Vorwurf aussetzen, die USA stünden hinter den Protesten.

Romney: Forderung nach schärferen Sanktionen gegen Teheran. Schiffe mit iranischem Öl sollten keine US-Häfen mehr anlaufen.

«Washington Post»: Eine rätselhafte Aussage. Die USA bekommen seit langem kein iranisches Öl mehr. Der republikanische Präsident Ronald Reagan hatte bereits 1987 entsprechende Sanktionen durchgesetzt.

Obama: Romney hat Russland als grössten geopolitischen Feind der USA bezeichnet.

«Politifact»: Stimmt. Allerdings fügte Romney hinzu, dass ein Iran mit Atomwaffen die grösste Bedrohung für die Welt wäre.

Romney: Obama war als Präsident nicht in Israel.

«Politifact»: Stimmt. Als Präsident hat er kein einziges Mal den Verbündeten besucht. Dafür war er als Senator 2006 und als Präsidentschaftsbewerber 2008 im Land. Auch eine historische Wahrheit: Die Mehrheit der elf letzten US-Präsidenten hat im Amt auf einen Israel-Besuch verzichtet.

Romney: «Unsere Marine ist kleiner als je zuvor seit 1917.»

«Washington Post»: Das ist ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Damals waren vor allem Kanonen- und Torpedoboote im Einsatz. Die moderne US-Navy verfügt über atombetriebene U-Boote und Flugzeugträger. Zuletzt standen 285 Schiffe unter dem Kommando der Flotte. Weniger waren es 2007 unter Präsident George W. Bush (278).

SDA/kpn

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