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Neuer Angriff aus China

5 Jahre nach ihrer Gründung stellt die Marke Qoros am Genfer Auto-Salon ihr erstes Modell vor – den Qoros 3.

Qoros 3 Sedan:
Qoros 3 Sedan:
Dieter Liechti
Spätestens Anfang 2015...
Spätestens Anfang 2015...
Dieter Liechti
...auf den europäischen Markt bringen.
...auf den europäischen Markt bringen.
Dieter Liechti
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Die meisten Angriffe der chinesischen Autoindustrie auf den europäischen Markt sind bisher sang- und klanglos gescheitert – an der Qualität der Produkte oder spätestens bei den Crashtests. Das soll bei der Marke Qoros ganz anders sein, ist Volker Steinwascher, der deutsche Vizechef des jungen Unternehmens, überzeugt. «Ende 2014 oder spätestens Anfang 2015 bringen wir unsere Produkte auch in Europa auf den Markt.» Und Angst vor den Crashtests kennt Steinwascher keine. «Zum einen steht mit Chery ein erfahrener chinesischer Autobauer hinter uns, zum andern habe ich westliche Ingenieure und arbeite mit westlichen Zulieferfirmen zusammen, die in China produzieren. So entsteht ein Produkt, das allen westlichen Standards entspricht.»

Eine «Rentner-Gang» in China

Tatsächlich liest sich das Management der Marke wie ein Who’s who der Autoindustrie: Gert Hildebrand (Ex-Designchef von Mini) zeichnet für die Form verantwortlich; Peter Matkin (ehemals Jaguar Land Rover) leitet die technische Entwicklung; Klaus Schmidt (ehemals BMW) trägt die Gesamtverantwortung für die Fahrzeuge, und der Ex-Opel-Mann Ralf Nicolas hat ein Qualitätsmanagement «nach deutschem Vorbild» aufgebaut. «Genau dieses Know-how unterscheidet uns von den anderen chinesischen Marken, die in Europa reüssieren wollten», sagt Steinwascher, der sich nach seinem Abgang bei VW als Vertriebsleiter USA von den Chinesen aus dem Ruhestand locken liess.

Was Steinwascher als Vorteil bezeichnet, wird von den Kritikern und Zweiflern eher als Handicap gewertet: «Es ist ja schön, dass sich diese Herren noch nicht aus dem Berufsleben zurückziehen wollen», so ein Analyst in Genf. «Aber ich glaube nicht, dass das die richtige Mischung oder Ausgangslage ist, um eine völlig neue Automobilmarke in Europa zu etablieren. Da überschätzt sich die ‹Rentner-Gang› – und zwar deutlich.» Wer recht hat, wird die Zukunft zeigen. Zumindest in der Gegenwart hat Qoros in Genf gepunktet: Der Qoros 3 Sedan, der in China in der zweiten Hälfte des Jahres starten soll, macht auf den ersten Blick keine schlechte Figur.

«Crashtest mit 5 Sternen»

Die Limousine sieht dem Skoda Octavia nicht nur zufällig ähnlich, denn genau in diesem Segment will sich Qoros einnisten. Dazu sind herkömmliche Antriebe mit 126 bis 185 PS geplant. «Und ein Crashtest mit 5 Sternen», verspricht Qoros. Beim Probesitzen habe ich schon mal über den 8-ZollTouchscreen, das moderne Cockpit und die guten Materialien gestaunt.

Reicht das, um in Europa zu punkten? Solange in Deutschland Geiz noch immer geil ist, die Krise in Südeuropa anhält und sich die Hersteller gegenüber den Chinesen in falscher Sicherheit wiegen – ja! Die heutige Auto-Grossmacht Korea wurde schliesslich auch jahrelang belächelt.

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