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Ein Stadtflitzer à la Smart – sogar für die Familie

Toyota lanciert mit dem iQ den kleinsten Vierplätzer der Welt. Das Einzige, das dem Auto zur Perfektion jetzt noch fehlt, ist die Steckdose.

Der «kleinste Viersitzer der Welt» fühlt sich nicht nur in der City wohl, sondern auch auf Landstrasse und Autobahn. Der iQ kommt im Februar und kostet mindestens 21'500 Franken.
Der «kleinste Viersitzer der Welt» fühlt sich nicht nur in der City wohl, sondern auch auf Landstrasse und Autobahn. Der iQ kommt im Februar und kostet mindestens 21'500 Franken.
Toyota

Ein kleines, automobiles Wunder ist es, was Hiroki Nakajima da vollbracht hat. Nakajima ist Toyota-Ingenieur, genauer: Chef-Entwickler des iQ. In seinem 3-Meter-Flitzer (exakt sind es 2,985 Meter) bringt er vier Personen unter. Im Idealfall, wenn sich Mann beziehungsweise Frau ganz nahe rücken, dürfen es sogar vier Erwachsene sein.

Und so geht es. Getestet vergangene Woche bei der ersten europäischen Fahrpräsentation des iQ – ohne negative Auswirkungen auf Rücken und Gelenke. Zwar muss der Lenker, um hinter dem griffigen Lederlenkrad seine optimale Position zu finden, den Sitz fast bis zum Anschlag zurückversetzen. In diesem Fall dreht die hinter ihm sitzende Person ihre Beine einfach leicht nach rechts, platziert die Füsse auf einer Art Schuhmatte auf der breiten Mittelkonsole – und schon kann es losgehen. Wenn auch kaum nonstop über 388 Kilometer. Auf der Beifahrerseite funktioniert alles so wie bei jedem anderen Zweitürer auch. Und weil der iQ genau wie der Smart hoch baut, fällt das Platznehmen auf dem Hintersitz leichter als bei vielen Coupés der Mittelklasse. Denn der Vordersitz lässt sich um bis zu 29 Zentimeter verschieben.

Um genau diese 29 Zentimeter ist der iQ länger als der Smart. Was man optisch zwar kaum wahrnimmt, in praktischem Sinne aber umso besser nutzen kann. Denn das mit den vier Sitzplätzen ist nur der eine Kniff von Hiroki Nakajima. Der andere: Bei umgelegten Rücksitzen entsteht ein völlig flacher Ladeboden mit einem Volumen von fast 250 Litern. Das macht den iQ, so man ihn wie den Smart bloss als Zweisitzer nutzt, fast zum Kleinst-Transporter. In jedem Fall aber zu einem durchaus reisetauglichen Auto.

Wendig in der City, flott übers Land

Natürlich: Der kleinste Viersitzer der Welt spielt seine Stärken vorab in der Stadt aus. Mit einem Wendekreis von nur 7,8 Metern schlägt er sogar den Smart. Und wenn er auch nicht quer einparken kann wie sein grosser, kleiner Gegenspieler: In Mailand liess sich der iQ in jede noch so kleine Lücke manövrieren.

Auch übers Land gehts flott voran, selbst auf ansteigender Autobahn ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit, in Italien 130, fast spielend einzuhalten. Überholvorgänge allerdings müssen – weit voraus- und auch zurückschauend – gut eingeplant werden.

Im Februar kommt der iQ vorerst mit zwei Motorisierungen auf den Schweizer Markt. Als Basis dient der Einliter-Dreizylinder aus dem Yaris, der für seinen Einsatz im smarten Toyota leicht gedrosselt worden ist und es auf 68 PS bringt. Mit vier Erwachsenen an Bord wirds dann auch leistungsmässig etwas eng, dafür brilliert das Aggregat mit einem Verbrauch von 4,3 Litern und einem CO2 von nur 99 g/km. Fast schon sportliche Gefühle kommen dafür im 1,4-Liter- Diesel mit 90 PS und dem respektablen Drehmoment von 190 Newtonmetern auf. Die entsprechende Fahrweise wird überdies vom Fahrwerk spontan quittiert. Meist positiv – es sei denn, Querfugen in der Fahrbahn häufen sich. Die schätzt der iQ überhaupt nicht.

Ansonsten gibts beim 1,0-Liter-iQ zum Basispreis von 21?500 Franken kaum Abstriche zu machen. Schon gar nicht bezüglich Sicherheit. Neben allen gängigen Assistenz-Systemen sind serienmässig neun Airbags an Bord, darunter seitliche Kopfairbags für alle vier Insassen, Sitzpolsterairbags, die ein Durchrutschen unter den Sicherheitsgurten verhindern sollen, und – als Weltpremiere – ein Heckairbag, welcher die Fondpassagiere zusätzlich schützt.

Zweifellos: Chef-Entwickler Nakajima hat den Auftrag, das erste viersitzige 3-Meter-Auto der Welt zu bauen, das auch bezüglich Qualität und Wirtschaftlichkeit überzeugt, aus Sicht von Toyota zu 100 Prozent erfüllt. Wenn die Japaner allerdings behaupten, zum richtigen Zeitpunkt genau das richtige Auto auf den Markt zu bringen, haben sie dennoch einen Denkfehler gemacht. Nämlich Hiroki Nakajima darauf festzulegen, auch eine zukunftsweisende Elektro-Version zu bauen. Einen iQ mit null Gramm Emission.

* Peter Hegetschweiler fuhr den neuen iQ auf Einladung von Toyota Schweiz am 20./21. November in Norditalien.

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