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Nummer 1 lebt – aber nur in Südamerika

Fiat bringt den legendären UNO zurück, vorerst aber noch nicht in Europa?

Kämpft in Südamerika gegen die Billigkonkurrenz von Dacia: Der Fiat Nuova Uno rollt in diesen Tagen mit maximal 85 PS an den Start.
Kämpft in Südamerika gegen die Billigkonkurrenz von Dacia: Der Fiat Nuova Uno rollt in diesen Tagen mit maximal 85 PS an den Start.
Fiat

Bis zum Debüt des Fiat Punto war er der Star der Italiener. Denn von keinem Auto haben sie mehr verkauft als vom UNO. In Europa ging die Erfolgsgeschichte zwar schon in den 90er-Jahren zu Ende. Doch in Südamerika lief der Wagen munter weiter und machte seinem Namen alle Ehre: Viele Jahre lang war der UNO zum Beispiel in Brasilien unangefochten die Nummer 1. Mittlerweile allerdings sind dem Oldtimer moderne Billigautos wie der Dacia Sandero ordentlich in die Parade gefahren. Deshalb schlägt Fiat jetzt zurück und bringt in diesen Tagen den Nuova Uno an den Start. Fröhlich gezeichnet, bunt lackiert und nicht einmal 10?000 Euro teuer, will er zurück an die Spitze der Zulassungen – und hätte durchaus auch in Europa Chancen.

Zwischen Panda und Punto

Der charmante Neuling mit der hohen Haube, den grossen Augen und den ungewöhnlich asymmetrischen Kerben im Kühler misst 3,77 Meter und rangiert damit zwischen Panda und Punto. Er hat einen Radstand von 2,37 Metern und bietet Platz für 5 Personen und 280 Liter Gepäck. Mit markanten Schutzleisten und breiten Stossfängern wirkt der Neuling bereits in der Basisversion ausgesprochen robust und geht in der Abenteuer-Ausstattung «Way» fast schon als kleiner Offroader durch. Auch innen ist der Latino ausgesprochen lebenslustig: Der Bordcomputer tanzt durchs Cockpit wie ein bunter Luftballon am Sommerhimmel, die Mittelkonsole sieht aus wie ein lachender Mund, und die Düsen der Lüftung erinnern ein wenig an die Ohren von Micky Mouse.

Unter der Haube haben die Brasilianer die Wahl zwischen zwei neuen 4-Zylindern, die wie die allermeisten Benziner am Zuckerhut auch mit Alkohol befeuert werden können. Der Basismotor hat einen Liter Hubraum und kommt auf 75 PS, der stärkere steht mit 1,4 Litern und 85 PS im Datenblatt. Geschaltet wird von Hand, und natürlich fährt selbst die SUV-Version ganz klassisch mit Frontantrieb.

Zwar würde der Nuova Uno auch in Europa bestens in die Zeit passen. Doch nicht nur die bescheidene Sicherheitsausstattung und die für unsere Verhältnisse mittelmässige Materialauswahl werden ihm den Weg über den Atlantik schwer- machen. Sondern vor allem die Familienplaner aus Turin dürften da ihr Veto einlegen. Denn nicht nur für andere Billig- autos wie den Dacia Sandero könnte es dann schwer werden, sondern auch für Panda und Punto. (tg)

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