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Viel Wind um den Elektro-Mini

Ausgerechnet den «sauberen» Cooper SE präsentiert die BMW-Tochter Mini fernab von Europa in Miami.

Seit kurzer Zeit erhällich: der elektrische Mini SE. Foto: PD
Seit kurzer Zeit erhällich: der elektrische Mini SE. Foto: PD

«Lokal emissionsfreie Mobilität ist seine Domäne», schreiben die PR-Verantwortlichen im Vorfeld der heute Donnerstag beginnenden internationalen Pressetestfahrten des neuen Elektro-Mini in Miami. Richtig: Der im englischen Oxford gebaute und mit dem Elektromotor des deutschen BMW i3 bestückte 3-Türer wird für die Fahrvorstellung der Medien über 7000 Kilometer weit nach Florida transportiert. Das ist kein Einzelfall, war jahrelang üblich, und auch wir Journalisten fliegen wegen Fahrvorstellungen Tausende Kilometer.

Aber klimaneutral ist das natürlich nicht. «Trotzdem ist auch bei der Medienpräsentation des Mini Cooper SE alles auf Nachhaltigkeit ausgerichtet», entkräftet die Pressestelle der BMW Group bereits im Vorfeld allfällige Kritiken. «Die Fahrvorstellung des rein elektrisch angetriebenen Serienmodells der britischen Kultmarke wird bilanziell CO2-neutral durchgeführt.» Wie das? Laut der Pressestelle sollen es Testfahrten mit 100 Prozent Ökostrom, eine «konsequent ressourcenschonende Eventgestaltung» und Kompensationsleistungen zugunsten von zertifizierten Klimaschutzprojekten ermöglichen, den ökologischen Fussabdruck des E-Mini bei seinen ersten Testfahrten mit Medienvertretern aus aller Welt auf null zu reduzieren.

Laut BMW besteht in Miami die Möglichkeit, die gesamte Test­wagenflotte ausschliesslich mit Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen. «Damit erhalten die Medienvertreter die Gelegenheit, ihre Probefahrten sowie die Rundtouren für Film- und Fotoaufnahmen vollkommen emissionsfrei zu absolvieren», betonen die Münchner. Auch die bei der An- und Abreise des Mini-Teams sowie der Journalisten aus allen Regionen der Welt anfallenden CO2-Emissionen werden durch den Erwerb von Umweltzertifikaten kompensiert.

Hilfe für Uruguays Klimaziele

Der Erlös aus dem Erwerb der Umweltzertifikate kommt dem Ausbau des Windparks Peralta in Uruguay zugute. Dort wird mithilfe von 25 Turbinen der Strombedarf von rund 50'000 Haus­halten gedeckt. Dieser Windpark wurde vom «Zofnass Program for Sustainable Infrastructure» der Harvard-Universität als Pionierprojekt anerkannt. Er trägt dazu bei, den Anteil an erneuerbarer Energie im Strommix Uruguays weiter zu erhöhen, und unterstützt damit das ehrgeizige Vorhaben des Landes, bis 2030 eine vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Zudem wird ein Projekt zur Nutzung von Windenergie im Süden Argentiniens unterstützt. In der Region Patagonien liefert die landesweit grösste Anlage dieser Art auf einer Fläche von rund 1500 Hektaren und mithilfe von 43 Windrädern klimaneutral erzeugten Strom für das nationale Versorgungsnetz. Ferner kommt auch der Ausgleich für alle weiteren im Zusammenhang mit der Veranstaltung nicht vermeidbaren Treibhausgase einem Windenergieprojekt in Südamerika zugute.

Der Mini Cooper SE läuft seit ein paar Wochen in Oxford vom Band und ist ab März 2020 zu Preisen ab 39'900 Franken zu ­haben. Optisch orientiert er sich am konventionellen 3-Türer – auffällig anders sind nur die gelben Zierelemente und der geschlossene Kühlergrill. Der aus dem BMW i3 bekannte E-Motor mit 135 kW (185 PS) schickt seine 270 Nm Drehmoment an die Vorderräder; der Null-auf-hundert-Sprint dauert 7,3 Sekunden.

Der Lithium-Ionen-Akku mit einem Brutto-Energiegehalt von 32,6 kWh ermöglicht eine für die «urbane Mobilität geeignete Reichweite» von 235 bis 270 Kilometern und ist tief im Unterboden platziert, sodass der Laderaum wie gehabt 211 bis 731 Liter fasst. Der Stromverbrauch beträgt nach dem jüngsten WLTP-Testzyklus 13,2 bis 15,0 kWh/100 km. Die Rekuperation kennt zwei Stufen – in der höchsten soll die Verzögerung so stark sein, dass man das Brems­pedal nur selten braucht. Per Schnellladung wird die Batterie in 35 Minuten zu 80 Prozent geladen.

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