Die englische Kunst der Personalisierung

An der Art Basel in Miami feiern zukünftige Bentley-Käufer Anfang Dezember vorzeitig Weihnachten. Grund dafür ist ein ganz spezieller Pop-up-Store.

Mit einem Pop-up-Studio an der Art Basel in Miami will Bentley Kunden begeistern. Foto: Bentley

Mit einem Pop-up-Studio an der Art Basel in Miami will Bentley Kunden begeistern. Foto: Bentley

Kunst ist ein dehnbarer Begriff, speziell was den Geschmack verschiedener Menschen anbelangt. Die britische Luxusautomarke Bentley hat diesen Fakt längst erkannt und macht sich an der alljährlich in Miami stattfindenden Kunstausstellung Art Basel das Stelldichein der wohlhabenden Kunst- und Kreativszene zunutze, um seine Luxuslimousinen auf eine ganz besondere Weise anzupreisen.

Tradition im Pop-up-Store

Im sogenannten Bentley-Studio bietet die VW-Tochter aus Grossbritannien inmitten der Kunstszene die Möglichkeit, sich im trendigen Pop-up-Store das Auto der Träume virtuell zusammenzustellen. Auf diese Weise schafft Bentley in der Oberschicht neue Bedürfnisse. Und mit Garantie wird sich der eine oder die andere Wohlhabende – anstatt eines teuren Kunstwerkes – den nächsten Bentley nach eigenem Geschmack und beinahe ohne Grenzen kunstvoll bestellen, wie Bentley-Mitarbeiter Mike Sayer aus Erfahrung weiss: «Die Fantasie und Kreativität unserer Kunden ist beinahe grenzenlos.»

Wasserkocher oder Revolver?

Die Liste der im Bentley-Produktionswerk im englischen Crewe bereits realisierten Sonderwünsche scheint für Normalsterbliche fallweise grotesk, für die Superreichen dieser Welt sind ihre Extravaganzen aber offenbar Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Kreativität. «Den im Bentley fix eingebauten Wasserkocher für die Teeliebhaberin oder die praktische Mikrowelle für einen anderen Kunden mussten wir zwar aus sicherheitstechnischen Gründen ablehnen», erzählt Mike Sayer weiter. «Einen wunderschönen Zigarrenhumidor haben wir aber sehr gerne realisiert. Und auch die spezielle Halterung im Dachhimmel für den Revolver eines sicherheitsbedürftigen Käufers konnten wir problemlos ermöglichen.» Denn schliesslich sei Bentley bei seiner Klientel dafür bekannt, möglichst alle automobilen Träume – oder Albträume – in die Realität umzusetzen. Furniere im Wageninnern mit Holz aus dem eigenen Wald des Autokäufers gehören laut Mike Sayer ebenso zu den umgesetzten Anfragen wie die handgefertigte Kühlerfigur eines Skeletonfahrers auf dem St. Moritzer Cresta Run, anstelle des geflügelten Bentley-Bs.

Bentley im «Hello-Kitty»-Look

Doch an eine einmalige Aufgabe für die so innovative Kreativabteilung der Briten erinnert sich Mike Sayer mit einem Schmunzeln: «Dass ein Kunde seiner Frau zum Geburtstag oder Hochzeitstag schon mal einen Bentley bestellt, das haben wir schon öfter erlebt. Aber als ein japanischer Kunde für seine Frau als ganz spezielles Geschenk zum Hochzeitstag einen Bentley im Look der kitschigen Comicfigur Hello-Kitty bestellte, kamen wir ins Staunen.» Aber realisiert wurde das Auto trotzdem: Als Grundfarbe wählten die Designer Schwarz, um es dann an verschiedensten Stellen mit Verzierungen in Pink zu versehen. «Und auf die Sonnenblenden mussten wir einen Liebesschwur in Rosa sticken», so Sayer. Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – und bei Bentley in der Handfertigkeit seiner Manufaktur.

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