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Ein Playmobil für die Nachwuchsfahrer

Mit diesem Auto im Spielzeuglook will Renault junge Kunden ködern.

Abgehobene Spielerei: Der Renault KWID und sein Flying Companion sorgen in Delhi für Aufsehen.
Abgehobene Spielerei: Der Renault KWID und sein Flying Companion sorgen in Delhi für Aufsehen.
Renault

Da haben sich die Renault-Designer ganz offensichtlich ein bisschen zu lange in den Zimmern ihrer Kinder umgeschaut. Denn das, was die Mannschaft um Laurens van den Acker jetzt als KWID-Concept auf der Motorshow in Delhi enthüllt hat, sieht aus wie ein aufgeblasenes Spielzeugauto. Doch die Masche hat Methode: Schliesslich wollen die Franzosen unter anderem mit dem Playmobil-Look junge Kunden ködern, die in aufstrebenden Ländern wie Indien zum ersten Mal über den Kauf eines Autos nachdenken.

3 Sitze vorne, 2 hinten

Sie locken die Franzosen mit einem handlichen Kleinwagen, der genau wie unser Captur zumindest optisch den Offroader gibt. Nur dass er für die Messe halt ein bisschen überzeichnet wurde, die Backen dick aufbläst und als Krönung auch noch mit seinen Flügeltüren wackelt wie ein Lamborghini. Nicht weniger spektakulär als die verspielte Plastikkarosse ist das Innenleben des KWID, der trotz seiner knappen Abmessungen wie alle Autos in Indien ein vollwertiger 5-Sitzer ist. Allerdings haben die Franzosen die Sitzordnung diesmal ein wenig auf den Kopf gestellt: Während im Fond nur Platz für zwei Gäste ist, können in der ersten Reihe drei Menschen sitzen. Der Fahrer rückt dabei in die Mitte und zugunsten der Schulterfreiheit ein wenig nach vorn.

Dazu gibt es ein eigenwilliges Materialkonzept: Weil es in Indien meistens heiss und stickig ist, sind die Sitze betont luftig konstruiert und erinnern entfernt an Gartenstühle. Und weil die anvisierten Kunden «always on» sein wollen, blickt man im Cockpit auf eine grosse Multimedia-Konsole, die natürlich online ist und einen eigenen App-Store bietet.

Der absolute Clou ist aber der Flying Companion, den die Designer der Studie auf den ausklappbaren Heckflügel gesetzt haben. Dieser Gyrocopter wird vom Auto aus ferngesteuert oder fliegt nach den Vorgaben des Navisystems und wird so zum fliegenden Auge für den KWID, das die Route auskundschaftet, die Verkehrslage überwacht oder den Fahrer vor Hindernissen warnt.

Keine Zukunftschancen

So effekthascherisch das Design und so abgedreht das Konzept der Studie ist, so bodenständig ist ihr Antrieb. Zwar sei KWID auch auf den Einbau eines Elektroantriebs vorbereitet, doch auf der Messe in Delhi steht er mit einem 1,2-Liter-Turbo, wie wir ihn mit 120 PS aus dem Captur kennen. Daraus allerdings eine Chance auf die Serienfertigung abzuleiten, dürfte dann doch ein bisschen zu optimistisch sein – obwohl Renault in Indien gerade ein rasantes Wachstum hinlegt. Doch wenn KWID irgendwo zum Fahren kommt, dann erst einmal als Spielzeug im Kinderzimmer. Es sei denn, irgendjemand ganz oben in Paris findet Gefallen an der Geschichte und schreibt für die Toy-Story ein neues Kapitel. (tg)

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