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Porsche auf der Coupé-Erfolgswelle

Viertürige Sport-Coupés liegen im Trend. Nun buhlt auch Porsche um sportliche Familienväter: Der Panamera bietet Platz für vier und viele PS.

Sie haben eine Familie, möchten nicht aufs Porsche-Feeling verzichten, aber auch nicht mit einem Cayenne anecken? Dann hat Porsche schon bald eine Lösung für Sie parat: Denn nach monatelangem Vorgeplänkel hat Porsche gestern die ersten offiziellen Fotos und ein paar Eckdaten zum neuen Panamera veröffentlicht.

Keine Überraschung beim Design

«Den Designern ist es gelungen, den Panamera als völlig neues und eigenständiges Fahrzeugmodell und trotzdem formal als typischen Porsche zu positionieren», freut man sich in Stuttgart. Zumindest die zweite Behauptung wird von den ersten Bildern bestätigt: Die Designer haben die Coupé-Linie so klassisch (oder konservativ?) gezeichnet, dass der Panamera wie ein gestreckter Elfer mit der typischen Front aussieht. Auch die Heckansicht kommt einem sehr bekannt vor. Nur wenn man den Panamera von der Seite sieht, ist jede Verwechslung ausgeschlossen: Denn so stark akzuentierte Kiemen, eine so lange Dachlinie und natürlich die hinteren Türen findet man bei keinem anderen Porsche.

Mit 1,931 Meter Breite ist der Panamera breiter und mit 1,418 Meter Höhe niedriger als vergleichbare viertürige Fahrzeuge, schreibt Porsche. Und meint damit in erster Linie den Mercedes CLS, der das Segment der 4-türigen Coupés schon vor vier Jahren in Schwung gebracht hat. Denn Maserati Quattroporte oder der in den Startlöchern stehende Aston Martin Rapide übertreffen die 5-Meter-Marke.

Technisch auf Cayenne-Basis

Während sich der Panamera optisch am 911er orientiert, will man sich technisch auf die Qualitäten des Sport-SUV Cayenne verlassen. Der Antriebsstrang mit dem Motor über der Vorderachse stammt aus dem Cayenne, womit sich auch die Motorisierungen stark ähneln werden – also voraussichtlich V6- und V8-Benziner mit 300 bis 500 PS. Die 500 PS starke Top-Version mit V8-Turbomotor soll ab Verkaufsstart im Spätsommer 2009 serienmässig mit Allradantrieb erhältlich sein, bei den anderen Motorisierungen kostet Allrad Aufpreis. Wer sich den spart, der bewegt den von Porsche «Reise-Sportwagen» genannten Panamera mit dem V8-Benziner (400 PS) und dem Basis-V6 (300 PS) mit sportlichem Hinterradantrieb.

Dazu gibt es wie im Elfer und nun auch in Boxster und Cayman die Wahl zwischen 6-Gang-Handschaltung oder Doppelkupplung PDK. Ob Porsche wie im Cayenne auch einen Diesel anbieten wird, steht noch nicht fest. Dafür versprechen die Sportwagenbauer bereits jetzt einen Hybridantrieb, wie er derzeit auch für die nächste Generation des Cayenne entwickelt wird. Vor 2011 allerdings ist damit nicht zu rechnen.

70 Prozent «made in Germany»

Der Panamera wird laut Porsche im Werk Leipzig produziert. Während die Motoren im Stammwerk in Zuffenhausen hergestellt werden, wird das VW-Werk Hannover die lackierten Rohkarosserien zuliefern. In der Leipziger Fabrik werden die Fahrzeuge dann montiert. Jährlich sollen rund 20'000 Einheiten abgesetzt werden. Porsche wird auch beim Panamera überwiegend mit deutschen Zulieferern zusammenarbeiten, sodass rund 70 Prozent der Wertschöpfung im Inland stattfinden. «Der Panamera ist ein Fahrzeug made in Germany», freut sich Porsche.

20'000 Exemplare sind ein ehrgeiziges Ziel. Denn langsam aber sicher wird es auch auf der Überholspur in der Business-Class etwas eng: Im Windschatten des erfolgreichen Mercedes CLS und des neuen Panamera rollen noch eine ganze Reihe weiterer Sportwagen mit erhöhter Alltagstauglichkeit an – vom Audi A7 über den Aston Martin Rapide bis hin zum Lamborghini Estoque. Nicht alle Marken glauben heute noch an dieses Segment: So hat BMW das Projekt CS erst kürzlich wieder eingestellt, während VW mit dem Passat CC auch in der Mittelklasse Erfolge feiert. Und die Porsche-Fans? Die müssen noch fast ein Jahr warten, bis die vierte Baureihe von Porsche in den Handel kommt. Immerhin: Die Chancen stehen gut, dass der Panamera in Genf Weltpremiere feiert.

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