Automatisierung bedroht «deutlich weniger» Arbeitsplätze

Nach einer Einschätzung der OECD ist nur jeder siebte Job von der Digitalisierung betroffen.

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(Bild: Keystone CHRISTIAN BEUTLER)

Der digitale Wandel bedeutet für den Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tiefgreifende Veränderungen – birgt aber auch Chancen.

Insgesamt seien laut Schätzungen in den kommenden 15 bis 20 Jahren 14 Prozent der Arbeitsplätze im OECD-Raum stark von Automatisierung bedroht, erklärte die Organisation am Donnerstag. Dies seien «deutlich weniger» als in einigen Studien dargelegt.

Mit «massiver technologischer Arbeitslosigkeit» sei kaum zu rechnen, erklärte die Organisation mit Blick auf Befürchtungen, dass die Automatisierung in den kommenden beiden Jahrzehnten fast die Hälfte aller Arbeitsplätze vernichten könnte. Laut dem OECD-Beschäftigungsausblick entstehen vielmehr zahlreiche Möglichkeiten, neue Jobs zu schaffen.

Neue Berufsfelder

So gebe es etwa vollkommen neue Berufsfelder im Big-Data-Management, Roboteringenieurwesen oder in der Drohnentechnik. Auch die Beschäftigungsqualität könne verbessert werden – etwa indem gefährliche oder langweilige Aufgaben automatisiert würden.

Arbeitskräfte könnten ausserdem freier über ihre Arbeitszeit entscheiden, wodurch sich ihre Work-Life-Balance verbessere. Zudem lasse sich das Arbeitsumfeld sicherer und gesünder gestalten.

Insgesamt hänge die Zukunft der Arbeit «stark von den Politikentscheidungen der Länder» ab, betonte die OECD. Mit den richtigen Weichenstellungen liessen sich die Chancen nutzen und die Risiken begrenzen.

Video: So wird sich der Arbeitsmarkt verändern

Die Zukunft ist jetzt: Die OECD präsentiert in ihrem Video, wie wir künftig arbeiten. (Quelle: OECD)

Dennoch stehen der Organisation zufolge selbst denjenigen, die ihren aktuellen Arbeitsplatz behalten, erhebliche Veränderungen bevor. Zusätzlich zu den 14 Prozent der Arbeitsplätze, für die ein erhebliches Automatisierungsrisiko besteht, erwartet die OECD für weitere 32 Prozent der Jobs radikale Veränderungen, da einzelne Tätigkeitsbereiche automatisiert werden dürften.

Grosse Risiken bestehen laut OECD im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch in vielen Dienstleistungsbranchen. Im Gesundheits- und Bildungswesen ebenso wie im öffentlichen Sektor sei das Automatisierungsrisiko zwar gering, doch auch dort würden viele Menschen vom digitalen Wandel betroffen sein. Nötig sei deshalb unter anderem, Weiterbildungsmöglichkeiten stärker auch auf benachteiligte Gruppen auszurichten.

Ausreichende Finanzierung nötig

«Trotz aller Unsicherheit blicken wir keiner Zukunft ohne Arbeit entgegen», heisst es in dem Beschäftigungsausblick. Nötig seien allerdings «wirkungsvolle, ausreichend finanzierte Massnahmen», durch die der Wandel bewältigt und eine Zunahme der Ungleichheit vermieden werden könne.

aru/sda

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