«Bachelor»-Kandidatin wirbt für Integration

«Ich bin Zürich», sagt Tasha Colors. Das auffällige Model ist Postergirl einer Kampagne des Kantons. Dort fragte man sich zunächst, ob sie sich dafür eignet.

Tasha Color im Werbevideo der kantonalen Fachstelle für Integrationsfragen. (Screenshot)

Tasha Color im Werbevideo der kantonalen Fachstelle für Integrationsfragen. (Screenshot)

Am letzten Montag war Schluss mit dem «Bachelor». Tasha Colors musste sich aus der Show auf dem TV-Sender 3+ verabschieden. Dafür ist die gebürtige Brasilianerin ab sofort einer der Stars der neuen Integrationskampagne des Kantons. In einem Youtube-Video und von Plakatwänden herab erklärt sie: «Ich bin Zürich.»

Sie tut das zusammen mit fünf anderen Personen. Dazu zählen Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf, der schwarze Leichtathlet Diego Loser oder die ETH-Professorin Olga Sorkine-Hornung. «Wir wollen das Wir-Gefühl im Kanton Zürich stärken», sagt Julia Morais, die Gleichstellungsbeauftragte des Kantons, über die neue Kampagne. Darum seien Personen ausgesucht worden, die in ihren jeweiligen Lebensbereichen schon bekannt seien.

«Sich anpassen können alle»

Tasha Colors wurde von der beauftragten Werbeagentur TBWA als Integrationsfigur im Bereich «Gesellschaft» angefragt. Dass sie «Bachelor»-Kandidatin ist, löste beim Kanton zunächst Stirnrunzeln aus, sagt das 27-jährige Model. Sie konnte die Bedenken aber «schlagfertig beseitigen», wie sie sagt. Mit Überzeugung erklärt sie: «Alle, die das wollen, können sich anpassen und in Zürich ein schönes Zuhause finden.»

Sie selber wohnte schon als Kind drei Jahre in Zürich, kehrte mit 14 Jahren zurück, lebte zunächst in Wallisellen, jetzt in der Stadt Zürich. Mit ihren zahllosen Piercings und Tattoos fällt sie aus dem Rahmen. Sie sagt, sie habe sich in Zürich nie ausgeschlossen gefühlt. Seit 1o Jahren ist sie Schweizerin.

400'000 Franken für Integrationswerbung

Julia Morais erhofft sich von der neuen Integrationskampagne Nachhaltigkeit. Zentraler Bestandteil ist eine «Fotobox». Die Fachstelle für Integrationsfragen zieht damit durch den Kanton. Alle, die das wollen, können sich in der Box selber zum Sujet für die Kampagne machen.

Die Aktion ist auf zwei Jahre angelegt und kostet 400'000 Franken. Informationskampagnen für Integration sind vorgeschrieben vom Bund, der sich dafür an den Kosten beteiligt.

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