Bankrotter Hilfsarbeiter: Kirche verzichtet auf Steuern

Gute Nachrichten für den Hilfsarbeiter, der viel zu hohe Steuern bezahlte und nun vor dem Ruin steht: Wenigstens die Kirche kommt ihm entgegen.

Grosszügig: Die reformierte Kirche in Dürnten

Grosszügig: Die reformierte Kirche in Dürnten

(Bild: Wikimedia/Berger)

Seine Geschichte sorgte für Aufsehen: Ein Hilfsarbeiter aus Dürnten ZH bezahlte jahrelang viel zu viel Steuern, weil er kaum lesen und schreiben kann und darum nie eine Steuererklärung einreichte. Er erhielt Rechnungen über 72'000 Franken, bei einem Einkommen von 60'000 Franken. Allein für die Kirchensteuer hätte er für das Jahr 2011 rund 6000 Franken bezahlen müssen. Wenigstens dieser Betrag fällt nun aber weg, wie das Magazin «Der Beobachter» berichtet.

Die reformierte Kirchenpflege habe sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Mann für das Jahr 2011 von der Kirchensteuer zu befreien. «Wir haben den Fernseh-Bericht gesehen und sind zum Schluss gekommen, dass wir aus der weltfremden Steuereinschätzung unseres Mitbürgers keinen Profit schlagen wollen. Wir haben schlicht kein Anrecht auf dieses Geld», sagt Elisabeth Bolleter, Präsidentin der reformierten Kirchenpflege, gegenüber dem «Beobachter».

Bürger wollen spenden

Insgesamt verlangt die politische Gemeinde Dürnten für 2011 über 100'000 Franken an Einkommenssteuern vom Mann. Er steht vor dem finanziellen Ruin, sollte die politische Gemeinde nicht ebenfalls auf die überhöhten Steuern verzichten. Seit diesem Jahr wird er von einer Treuhänderin unterstützt, diese ist hoch erfreut über die Mitteilung der Kirche: «Endlich eine positive Botschaft!» Ein Entgegenkommen erhofft sie sich jetzt auch von der politischen Gemeinde. Der Gemeindepräsident hatte das Vorgehen am Dienstag allerdings erneut verteidigt.

Auch aus der Bevölkerung kommen laut der Treuhänderin viele positive Reaktionen. Einzelne Bürger wollten den Mann mit Spenden unterstützen, das sei aber momentan der falsche Weg. Die Gemeinde müsse ihre Rechnung revidieren. Man hoffe auf eine aussergerichtliche Einigung. Anfang Dezember wollen sich die Parteien für eine Aussprache treffen.

fko

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