Zum Hauptinhalt springen

Sommerserie-BesseresserBeim Filet gibt es Luft nach oben

Die Besseresser fuhren für die Sommerserie über die Kantonsgrenze, genauer ins Klostergasthaus Löwen in St. Urban.

Das Löwen-Menü ist wegen des Coronavirus verkürzt.
Das Löwen-Menü ist wegen des Coronavirus verkürzt.
Fotos: Besseresser

Nach einer kurzweiligen Fahrt durchs Lindental, Krauchtal und Emmental kommen wir bald in St. Urban an. Das Essen verdienen wir uns mit der Besichtigung des Klosters, dazu gehören eine eigene Metzgerei und eine Bäckerei. Somit dürften einige der Produkte auch den Weg ins Restaurant Löwen finden, das sich gleich neben dem Kloster befindet. Ausser uns ist erst eine hungrige E-Radler-Gruppe da. Wir bekommen den schönsten Tisch unter dem Baum, Corona-konform weit weg von den E-Bikern.

Das Restaurant Löwen liegt gleich neben dem Kloster St. Urban. Ein Blick in die altehrwürdigen Gebäude lohnt sich.
Das Restaurant Löwen liegt gleich neben dem Kloster St. Urban. Ein Blick in die altehrwürdigen Gebäude lohnt sich.

Wir bestellen als Apéro einen weissen Merlot aus dem Tessin (5 Fr. pro Glas). Auf dem Tisch liegen als Unterlage gehäkelte Tischsets. Diese sind auf ein Plastik aufgeklebt und stellen sich bei näherem Hinblicken als maschinell produziert heraus. Das Menü ist wegen des Virus reduziert und auf eine kleine Schiefertafel mit Kreide vermerkt. Die Bratwurst kommt nicht aus der hauseigenen Metzg, also fällt die weg. Das Cordon bleu sparen wir uns, da man bei dieser Speise die Fingerfertigkeit der Küche nicht recht beurteilen kann.

Den leckeren Siedfleischsalat haben die Besseresser geteilt. Ein Stück Brot aus der Klosterbäckerei wurde hingegen sehnlichst vermisst.
Den leckeren Siedfleischsalat haben die Besseresser geteilt. Ein Stück Brot aus der Klosterbäckerei wurde hingegen sehnlichst vermisst.

Wir tun uns schwer, eine Vorspeise zu bestellen, aber der sympathische Kellner betont, dass wir alles bestellen können, was die Küche hergibt. Wir entscheiden uns für den Siedfleischsalat (21 Fr.), der als kaltes Gericht super zum heissen Tag passt. Die Salatsauce ist für den einen Gusto zu üppig im Teller, für den anderen Geschmack perfekt. Aber wir sind glücklich, und der Einstieg ins Mittagessen ist geglückt.

Mittlerweile sind einige Stühle im Garten des Löwen besetzt. Und die Wirtefamilie dreht kontinuierlich ihre Runden vor dem historischen Haus. Im Hauptgang bekommt der Begleiter ein perfektes Roastbeef mit Salatgarnitur (28.50 Fr.). Lieblos mit Fertigsalatsauce überschüttet, maschinell geschnittener Salat? Weit gefehlt. Der Rotkohlsalat soll besonders erwähnt werden, er ist in fein abgeschmeckter Sauce eingelegt.

Der Hauptgang – ein Roastbeef – wurde von der Begleitung in höchsten Tönen gelobt.
Der Hauptgang – ein Roastbeef – wurde von der Begleitung in höchsten Tönen gelobt.

Das Löie-Pfännli (36 Fr.), das in einem Gusseisenpfännchen serviert wird, allerdings lässt einige Wünsche offen. Das Schweinsfilet ist zu trocken, da hilft auch der Käse darüber nicht. Die zweifarbigen Karotten schwimmen in Butter, der Brokkoli ist viel zu weich, und die Rösti ist wohl mit mehligen Kartoffeln gemacht. Einzig die Kohlrabiwürfelchen haben Biss.

Luft nach oben: Mehr Biss beim Gemüse und mehr Flüssigkeit beim Fleisch hätte dem Löie-Pfännli gutgetan.
Luft nach oben: Mehr Biss beim Gemüse und mehr Flüssigkeit beim Fleisch hätte dem Löie-Pfännli gutgetan.

Die Besseresser werfen einen kurzen Blick ins Lokal. Drinnen mag niemand sitzen, da es ein heisser Sommertag mit 30 Grad ist. Hinter dem Buffet hantieren zwei Generationen. Die eine muss auf die Zehenspitzen stehen, um das Rivella für sich einzuschenken. In der Küche ist wohl die dritte Generation am Werk. Auch wenn wir beim Löwen-Teller nörgeln müssen, das Lokal ist einen Besuch wert. Für alle, die einen schnellen, zuvorkommenden Service wollen, der gern mal scherzt und lächelt.

Klostergasthaus Löwen, Untertor 3, 4915 St. Urban. 062 929 22 30.