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Platz für bis zu 9000 PersonenBerner Gemeinderat will 15 Millionen für Neue Festhalle bezahlen

Der Gemeinderat will den Bau einer neuen Festhalle auf dem Bernexpo-Areal ermöglichen. Das letzte Wort hat – voraussichtlich im März 2021 – die Stimmbevölkerung

Die alte Festhalle in Bern soll ersetzt werden: Projektbild für die neue Halle.
Die alte Festhalle in Bern soll ersetzt werden: Projektbild für die neue Halle.
Visualisierung: zvg

Die legendäre, aber in die Jahre gekommene Berner Festhalle soll durch eine Neue Festhalle ersetzt werden. Der Berner Gemeinderat will die Voraussetzungen dafür schaffen. Er hat dazu zwei Vorlagen zuhanden des Stadtrats verabschiedet. Das letzte Wort haben voraussichtlich im März 2021 die Stimmberechtigten der Stadt Bern.

Zunächst muss sich der Stadtrat mit der Überbauungsordnung Mingerstrasse-Papiermühlestrasse befassen, welche die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Bau der neuen Festhalle schafft.

Zudem soll das Parlament einen städtischen Investitionsbeitrag für den Neubau auf dem Bernexpo-Areal von 15 Millionen Franken sprechen. Ebenfalls 15 Millionen Franken soll der Kanton Bern beisteuern, wie der Gemeinderat im Communiqué vom Montag in Erinnerung rief. Der Grosse Rat hat diesen Beitrag aber noch nicht abgesegnet.

Stadt wird nicht Mitbesitzerin

Der Gemeinderat will den Beitrag der Stadt à-fonds-perdu leisten. Das heisst, die Stadt wird nicht zur Mitbesitzerin der Halle erhält auch bei einem guten Geschäftsgang der Neuen Festhalle keinen Anteil am Gewinn. Der Gemeinderat hält fest, dass die Mietzinsbelastung der Halle ohne Beitrag der Stadt und des Kantons um 2,6 auf 10,6 bis 12,6 Millionen Franken steigen würde. Die hätte zur Folge, dass Bernexpo in schwächeren Messejahren in die roten Zahlen rutschen würde. Kurz: Ohne Beitrag von Stadt und Kanton «würde die Finanzierung des Projekts fehlschlagen und die Neue Festhalle könnte wohl nicht realisiert werden», schreibt der Gemeinderat.

Die Stadtregierung rechtfertigt den Beitrag vor allem mit der erwarteten jährlichen Wertschöpfung von 30 Millionen Franken, welche von der Halle ausgehen soll. Laut einer Studie wird erwartet, dass die Neue Festhalle 18’000 zusätzliche Logiernächte generiert.

Drei Berner Investoren machen mit

Weitere finanzielle Mittel sollen durch eine Kapitalerhöhung von 22 Millionen Franken der Messepark AG generiert werden sowie durch die Aufnahme von Fremdkapital in der Höhe von 43 Millionen Franken. An der Kapitalerhöhung beteiligen sich die drei Berner Unternehmen Mobiliar, Visana und die Securitas-Gruppe. Auch die Ostschweizer Generalunternehmung HRS macht bei der Kapitalerhöhung mit.

Parkhaus wird grösser

Im Rahmen dieses Projektes kommt es auch bei der Parkplatzinfrastruktur zu einer grösseren Änderung. Auf der Hinteren Allmend werden 210 Abstellplätze und auf dem Messeplatz 140 oberirdische Parkplätze aufgehoben. Im Gegenzug wird die bestehende Einstellhalle mit ihren 722 Abstellplätzen um 320 bis 360 Abstellplätze vergrössert. Das städtische Parkhausunternehmen Ewag wird diese Erweiterung finanzieren.

Um das Parkhaus erweitern zu können, müssen 44 Bäume der Doppelbaumreihe auf dem Messeplatz gefällt werden. Die Messepark Bern AG hat sich verpflichtet, eine gleiche Anzahl Bäume auf dem Areal zu pflanzen.

Baukosten von 95 Millionen Franken

Die Messepark Bern AG und die Bernexpo AG wollen die Festhalle aus dem Jahr 1948 durch einen zeitgemässen Neubau für 9000 Besucher ersetzen. Die Baukosten werden auf insgesamt 95 Millionen Franken veranschlagt. Hinzu kommen die Kosten für die Erweiterung des Parkhauses, welches die Ewag trägt. Der Baubeginn ist derzeit im Frühling 2022 geplant, nach dem Abschluss der Frühlingsmesse BEA.

SDA/ske/Stefan Schnyder

2 Kommentare
    maya bürki

    Probleme haben wir! zuwenig -geld in den Kassen, aber grossartig anrühren für eine neue Festhalle. Kaum zu glauben, dass wir solchen verantwortungslosen Politikern unser Vertrauen schenken! Wer ist bereit, diese Crew durchzuschütteln und einen Teil davon abzuwählen?