Eine Strasse für die Wirtschaft

Sumiswald

Obwohl die FL Metalltechnik ihren geplanten Neubau sistiert hat, will die Gemeinde eine Erschliessungsstrasse in der Fürtenmatte bauen. Das Dorf soll als Industriestandort «gefördert und gestärkt» werden.

Quer über die Fürtenmatte soll die neue Erschliessungsstrasse zu liegen kommen.

Quer über die Fürtenmatte soll die neue Erschliessungsstrasse zu liegen kommen.

(Bild: Daniel Fuchs)

Jacqueline Graber

Eingangs von Grünen, von Richtung Grünenmatt her, liegt rechts die Fürtenmatte. Auf dem Areal befinden sich die Liegenschaften der Sommer AG Reisen und Transporte sowie der Iseli und Trachsel Holzbau AG. Lieferanten und Kunden gelangen zu den beiden Firmen, indem sie rechts ab der Hauptstrasse auf ein Zufahrtssträsschen abbiegen.

Nur einen Steinwurf von den beiden Unternehmen entfernt befindet sich die FL Metalltechnik. Die Zufahrt zu ihr ist jedoch weit mühsamer, denn sie erfolgt durch ein kleines, enges Strässchen mitten im Dorf. Das soll sich nun ändern: Die Gemeinde Sumiswald, zu der Grünen gehört, plant auf der Fürtenmatte den Bau einer ungefähr 200 Meter langen Erschliessungsstrasse. Ein Teil der Strecke ist entlang der bestehenden Zufahrt zur Sommer AG geplant, danach führt die Strasse leicht bogenförmig über die Matte bis zur FL Metalltechnik.

Neubau sistiert

Ausschlaggebend für das Bauvorhaben der Gemeinde waren die ursprünglichen Pläne der FL ­Metalltechnik. Sie beabsichtigte, gegenüber dem alten Gebäude einen Neubau zu realisieren. Danach wollte die Firma, die nebst mechanischen Komponenten, Baugruppen und fertigen Produkten für die Telekommunikation und weitere Industriekunden auch LED-Leuchten sowie Fensterbeschläge herstellt, in den Neubau ziehen und für das bestehende Gebäude einen Mieter suchen.

Doch mittlerweile hat das Unternehmen das Vorhaben sistiert. Das sei eine reine Vorsichtsmassnahme: «Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt, und wir blicken auf die drei erfolgreichsten Geschäftsjahre unseres 23-jährigen Bestehens zurück», sagt Geschäftsleiter Thomas Germann. «Doch angesichts der aktuellen Wirtschaftslage sind finanzielle Reserven für ein Unternehmen wichtiger als ein neues Fabrikationsgebäude.» Und weil auch ohne Neubau die Produktion gesichert sei, habe man das Projekt vorerst zurückgestellt.

Volk hat letztes Wort

Trotz Planänderung der FL Metalltechnik hält die Gemeinde an der Erschliessungsstrasse fest. «Wir wollen Sumiswald als Industriestandort fördern und stärken», sagt Gemeindeverwalter Martin Affolter. Denn in der Fürtenmatte habe es noch Platz zum Bauen.

Affolter könnte sich den Standort für die Verteilerzentrale der Post vorstellen. Bekanntlich ist der gelbe Riese in Sumiswald seit einiger Zeit auf der Suche nach einer passenden Liegenschaft oder einem Landstück für einen Neubau (wir berichteten). Ob bereits Gespräche in diese Richtung laufen, wollte Affolter nicht sagen. «Wir werden zu gegebener Zeit informieren.»

Geplant ist hingegen, dass in der Dezember-Gemeindeversammlung die Erschliessungsstrasse zur Abstimmung gelangt. Denn damit das auf 840 000 Franken geschätzte Projekt realisiert werden kann, ist auch eine Überbauungsordnung mit Zonenplananpassung nötig. Eine öffentliche Auflage des Gesamtprojekts ist im September vorgesehen. Sagen die Stimmberechtigten Ja, fahren die Bagger vor. Der Zeitpunkt ­dafür ist jedoch noch nicht fest­gelegt.

Berner Zeitung

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