Zum Hauptinhalt springen

Fotografieren in Berner Badis: Darf man das?

Zum Badespass ­gehört auch das ein oder ­andere Selfie. In vielen Schweizer Badis ist das Fotografieren jedoch verboten. In der Region Bern gibt es zwar noch kein Verbot, erlaubt ist aber trotzdem nicht alles.

Schwierige Regelung: Fotografieren in der Badi ist nicht grundsätzlich verboten, aber heikel.
Schwierige Regelung: Fotografieren in der Badi ist nicht grundsätzlich verboten, aber heikel.
Christian Pfander

Smartphones sind ein Segen. Immer und überall ist der Fotoapparat griffbereit, und man kann die alltäglichen Momente des Lebens festhalten.Vor zehn Jahren musste niemand dreimal nachdenken, wenn er seine Kinder beim Fussballspiel oder beim Sprung ins Schwimmbecken in der Badi fotografieren wollte.

Heutzutage könnten aber hinter jedem Kameraklick böse Absichten lauern. Was viele nicht wissen: In vielen Schweizer Badis ist das Fotografieren verboten. Die Badis in der Region Bern hingegen setzen zunächst auf Sensibilisierung statt ein Verbot.

Nur mit Zustimmung

«Es ist ein heikles Thema», sagt Daniel Zbinden, Bereichsleiter Betriebe des Freibads Ostermundigen. Deshalb habe man dies in der neuen Badeordnung geregelt. Bild- und Tonaufnahmen dürfen nun nur mit Zustimmung der abgebildeten Personen gemacht werden. Fotografieren oder das Telefon ganz zu ver­bieten, sei aber nicht denkbar. Ein solches Verbot wäre schlichtweg nicht kontrollierbar, sagt Zbinden.

Ein aktuelles Problem im Freibad Ostermundigen seien Drohnenaufnahmen. Vor Saisonbeginn sei jemand mit einer nicht identifizierten Drohne über das Badiareal geflogen. Obwohl dies ein Einzelfall war, werde man in Zukunft zu diesem Thema die Zusammenarbeit mit der Polizei suchen, so Zbinden.

Reklamationen gebe es selten, obwohl die Thematik allgegenwärtig sei, erklärt er. Deshalb sieht er auch keinen akuten Handlungsbedarf. Durch die angepasste Badeordnung habe man aber trotzdem Handlungsspielraum, falls es doch einmal zu einem Vorfall käme.

Kontrolle unmöglich

«Wir versuchen die Leute dazu anzuregen, aufmerksam zu sein», sagt Andreas Friderich, Verantwortlicher bei der Gemeinde für die Badi Muri. Die Bademeister seien zwar immer auf der Hut, Personen vom unangebrachten Fotografieren abzuhalten. Sie seien aber primär mit der Sicherheit der Badegäste beschäftigt.

Es sei deshalb auch unmöglich, ein Verbot effektiv durchzusetzen. Pascal Blatter, Leiter der Badi Weiermatt in Köniz, sieht die Lösung auch nicht in einem Verbot. «Wir haben täglich mehr als tausend Gäste, wie soll man die denn alle kontrollieren?»

Die Stadt Bern kennt das Problem ebenfalls. «Unser Job ist es, für Sicherheit zu sorgen», sagt Beat Wüthrich, Anlagenchef im Marzili. Ein allfälliges Fotografierverbot sei deshalb undenkbar. Schon nur aufgrund der Besuchermenge, die zwischen Badi und Aare hin und her wechselt. Im Marzili sei es jedoch verboten, Fotos im Wasser zu machen.

Hier sind die Bademeister auch effektiv in der Lage, zu kontrollieren, wer sich an die Regeln hält und wer nicht. Ansonsten dürfe man jedoch fotografieren, sofern man sich an den Personenschutz halte, so Wüthrich. Würden jedoch Badegäste belästigt, könnten sich diese bei den Bademeistern melden, welche dann mithilfe der Polizei geeignete Massnahmen umsetzen würden.

Schweizweite Kampagne

Der Verband der Hallen- und Freibäder Schweiz will mit einer schweizweiten Kampagne gegen das Fotografieren im Bereich der Schwimmbecken und konkret gegen «Spanner» ankämpfen.

Ab dieser Saison werden deshalb Plakate und Flugblätter in Badis verteilt, die die Badegäste darauf aufmerksam machen sollen, dass man andere Personen im Freibad nicht fotografieren darf. Letztlich liegt es aber bei den Betreibern, ob und wie sie die neuen Richtlinien des Verbandes umsetzten wollen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch