Zum Hauptinhalt springen

Ueli Maurer auf den Zahn gefühlt

Bundesrat Ueli Maurer stand in Kandersteg den Besuchern eines überparteilichen Wahlanlasses Rede und Antwort. Zudem stellten sich 30 Grossratskandidierende vor.

Hans Kopp
Bundesrat Ueli Maurer referiert am überparteilichen Anlass im Gemeindesaal von Kandersteg.
Bundesrat Ueli Maurer referiert am überparteilichen Anlass im Gemeindesaal von Kandersteg.
Raffael Thielmann

Der Anlass mit Gastreferent Bundesrat Ueli Maurer (SVP) lockte am Mittwochabend rund 150 Interessierte in den Kandersteger Gemeindesaal. Der Magistrat berichtete über Aktuelles aus dem Bundesrat und stellte das von ihm geleitete Finanzdepartement vor, in welchem rund 9500 Mitarbeitende beschäftigt sind. Er verhehlte nicht, dass er lieber das im Jahr 2015 abgegebene Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport behalten hätte.

Problem Altersvorsorge

«Das Flüchtlingsproblem wird uns die nächsten zehn bis zwanzig Jahre weiter beschäftigen», sagte Maurer im Zusammenhang mit den Grenzkontrollen mit einem Personalbestand von rund 4500 Personen. Er geisselte das Schleppergeschäft, in welchem den Leuten gegen hohe Bezahlung grosse Versprechen gemacht und sie dann, weil sie den Flüchtlingsstatus nicht erfüllten, wieder zurückgeschickt würden. Als grosses Problem bezeichnete Maurer auch die Altersvorsorge, zu deren Gesundung er vier ­Möglichkeiten skizzierte: Rentenkürzung (unwahrscheinlich), mehr Lohnabzüge, Erhöhung der Mehrwertsteuer oder ein höheres, nach Berufen abgestuftes Rentenalter.

«Sorge tragen»

Der Finanzminister kam auch auf die Abläufe im Gesamtbundesrat und das Verhältnis zur EU zu sprechen. In dieser Frage sei an einer letzthin abgehaltenen Klausursitzung noch nichts entschieden worden, sagte Maurer. In seinen oft von Humor gewürzten Ausführungen streifte er auch regionale Belange. «Wir müssen mehr Sorge zu den Randregionen tragen und damit den Trend zur Abwanderung stoppen», so sein Rezept. Eine wichtige Voraussetzung dafür sei unter anderem die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Alle wollen nur das Beste

An dem vom Kandersteger SVP-Grossrat Hans Rösti moderierten, von der Kapelle Bunderspitz musikalisch umrahmten Anlass stellten sich zudem über 30 für den Grossen Rat Kandidierende verschiedener Parteien aus dem Wahlkreis Oberland kurz vor. Darunter auch Urs Weibel, Gemeinderatspräsident Kandersteg, der für die FDP ins Rennen steigt. «Wir müssen Mehrheiten schmieden, damit die Gemeinden in den Randgebieten eine Zukunft haben», forderte er. Weniger Bürokratie, keine weitere Zentralisierung, eine vernünftige Raumplanung und Förderung von Tourismus, Gewerbe und Landwirtschaft lautete der allgemeine Tenor.

Wo der Schuh drückt

In der Fragerunde, in welcher sich ein Dutzend Anwesende zu Wort meldeten, kam zum Ausdruck, wo der Schuh drückt. Der Bogen spannte sich von der AHV über die Kohäsionsmilliarde bis zum Zusammenspiel zwischen Verwaltung und Politik. Zu Letzterem räumte Maurer ein, dass die Verwaltung stets grösser und mächtiger werde. Dies aber nicht zuletzt als Folge der immer zahlreicher werdenden parlamentarischen Vorstösse. Der Kohäsionsmilliarde steht er im Gegensatz zu seiner Partei eher positiv gegenüber.

Schliesslich hofft der eidgenössische Säckelmeister anlässlich der Abstimmung vom 4. März auf ein Ja des Stimmvolks zur neuen Finanzordnung.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch