Bewilligung weg: Hotel Du Lac geschlossen

Die unrühmliche jüngere Geschichte des Hotels Du Lac ist um ein Kapitel reicher: Das Regierungsstatthalteramt hat die Schliessung des Hotelbetriebs verfügt. Auch der Clinch zwischen Hotelbesitzer und Wohnungsbesitzern besteht weiterhin.

Wie weiter mit dem Hotel Du Lac? Diese Frage stellt sich nicht zum ersten Mal.

Wie weiter mit dem Hotel Du Lac? Diese Frage stellt sich nicht zum ersten Mal.

(Bild: Christoph Buchs)

«Ja, wir haben das Hotel Du Lac geschlossen», sagt der stellvertretende Regierungsstatthalter Sandro Wegmüller auf Anfrage. Die Schliessung erfolgte Anfang Monat. Die Verfügung ist so lange gültig, bis eine fähige verant­wortliche Person für den Gast­gewerbebetrieb ein Gesuch auf Wiedereröffnung stellt. «Die verantwortliche Person, auf welche die Betriebsbewilligung gelautet hat, ist krankgeschrieben», bestätigt Wegmüller einen Artikel in der Onlineausgabe der «Jungfrau-Zeitung».

Gemäss Artikel 19 des Berner Gastgewerbegesetzes ist jeder Betrieb durch eine verantwortliche natürliche Person zu führen, die unter anderem nachweist, dass sie zivilrechtlich berechtigt ist, den Betrieb zu leiten, sowie über einen gastgewerblichen Fähigkeitsausweis oder eine vergleichbare Ausbildung verfügt.

Das gleiche Gesetz schreibt vor, dass die Bewilligungsbehörde – in dem Fall das Statthalteramt – die Schliessung des Betriebs verfügt, wenn unter anderem keine oder eine ungeeignete Person vorhanden ist, den Betrieb zu leiten.

Mehrere Kontrollbesuche

Zur Person, auf welche die Betriebsbewilligung gelautet hat, gibt es weder vom Statthalteramt noch vom Hotelbesitzer nähere Auskünfte. Um Sajive Trehan ­selber handelt es sich nicht. Der indische Geschäftsmann übernahm das Du Lac im Frühling 2016 mit dem Vorhaben, ein «Lake-Resort» mit verschiedenen Aktivitäten daraus zu machen.

Er bestätigt auf Anfrage, dass «Probleme mit der Betriebsbewil­ligung» vorliegen würden. «Das Hotel ist vorübergehend geschlossen.» Die Wiedereröffnung erfolge so bald als möglich – und ebenso die Realisierung des «Lake-Resorts». Weiter wollte Trehan diese Angelegenheit nicht kommentieren. Im April sagte er, dass das Resort noch in diesem Jahr eröffnet werden soll.

Sowohl Vertreter des Landesgesamtarbeitsvertrags (L-GAV) im Schweizer Gastgewerbe wie auch der Gemeinde Därligen hätten dem Betrieb in den letzten Monaten Kontrollbesuche abgestattet, sagt Wegmüller. Dies auch wegen der mehrmaligen Berichterstattung in den regionalen Medien, die Trehan in kein besonders gutes Licht stellte.

Wiederholt Fehlalarme

Die Spannungen mit den Wohnungsbesitzern, die mit dem Hotelbesitzer eine Stockwerkeigentümergemeinschaft bilden, sind übrigens noch nicht gelöst. Sajive Trehan, der eine seiner Firmen als Verwalterin eingesetzt hatte, nehme seine Pflichten nicht wahr.

«Wir haben weder eine Verwaltung noch eine Heizung», sagt ein Wohnungsbesitzer auf Anfrage. «Die Situation ist desolat. Zum Teil gibt es nicht einmal warmes Wasser.» 17 Stockwerkeigentümer wollen nun gerichtlich erzwingen, dass eine neue Verwaltung eingesetzt wird.

Zudem gibt es Probleme mit der Brandschutzanlage. Grundsätzlich funktioniere diese zwar, sagt Sandro Wegmüller, aber sie sei veraltet. «Es gibt keine Ersatzteile mehr.» Eine Gruppe von Brandmeldern musste man abschalten, weil sie wiederholt Fehlalarme ausgelöst hatte.

«Die Brandschutzanlage muss ersetzt werden, das ist auch im Interesse der Gebäudeschutzversicherung», so Wegmüller. Auch zu diesem Thema will sich Sajive Trehan nicht konkret äussern. Nur: «Der Hotel-Alarm funktioniert perfekt.»

Berner Oberländer

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