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Präsidentschaftswahl 2020Biden macht die Demokraten nervös

Joe Biden sorgt wieder einmal für Unruhe bei den US-Demokraten. Die Republikaner versuchen unterdessen, Rap-Star Kanye West als Stimmenfänger aufzubauen.

Das Wahlkampfteam von Joe Biden beobachtet die Aufzeichnung seiner Rede in Delaware. (28. Juli 2020)
Das Wahlkampfteam von Joe Biden beobachtet die Aufzeichnung seiner Rede in Delaware. (28. Juli 2020)
Foto: Andrew Harnik/Keystone

Joe Biden meldet sich noch immer vorwiegend aus dem Keller seines Eigenheims in Wilmington im Bundesstaat Delaware zu Wort. Auch seine Ende August geplante offizielle Antrittsrede als Bannerträger der Demokratischen Partei wird der 77-Jährige voraussichtlich in Delaware halten. Nicht nur murren manche Demokraten, Biden treibe seinen Wahlkampf nach Hausmacherart zu weit. Auch das mittlerweile überlange Verfahren zur Auswahl seiner Vizepräsidentschaftskandidatin nervt die demokratischen Getreuen.

Kommende Woche will Biden endlich die Entscheidung bekanntgeben, als Favoriten gelten weiterhin die kalifornische Senatorin Kamala Harris sowie die ehemalige nationale Sicherheitsberaterin und UN-Botschafterin Susan Rice. Ebenfalls für Ängste sorgte ein Interview Bidens am Dienstag, in dem er behauptete, die hispanische Gemeinschaft in den USA sei «im Gegensatz zur afroamerikanischen» weitaus «vielfältiger».

Demokraten kritisieren Bidens Berater-Team

Am Donnerstag schwächte der demokratische Präsidentschaftskandidat seine Bemerkung dann ab: In keinster Weise habe er sagen wollen, dass die afroamerikanische Gemeinschaft «monolithisch» sei. Der kleine Patzer erinnerte das demokratische Parteivolk einmal mehr daran, dass ihr Präsidentschaftskandidat bisweilen unglücklich formuliert und Dinge sagt, die er später korrigieren muss.

Auf dem linken Parteiflügel machte sich zudem Unmut über Bidens aussenpolitische Berater breit. Sie seien «Interventionisten» und überhaupt eine «Horrorshow». In einem offenen Brief kritisierten 275 Parteitagsdelegierte Bidens aussenpolitisches Team als zu interventionsfreudig, fast alle hätten in der Vergangenheit militärische Aktionen gutgeheissen.

Die ehemalige UN-Botschafterin Samantha Power sowie Susan Rice, beide im aussenpolitischen Beraterstab Bidens, hatten sich 2011 für ein Eingreifen in Libyen stark gemacht, andere Mitarbeiter des Kandidaten die Intervention im Irak 2003 befürwortet. Statt auf militärische Aktionen müsse «auf Diplomatie und internationale Kooperation gesetzt werden», heisst es in dem Brief.

West soll Stimmen von Biden abziehen

Unterdessen versuchen republikanische Strategen, Bidens starke Position bei afroamerikanischen Wählern zu schwächen: In mindestens sechs Bundesstaaten, darunter wichtigen Swing States, arbeiten republikanische Anwälte daran, der Präsidentschaftskandidatur des Rappers Kanye West auf die Beine zu helfen. Sie soll Stimmen von Biden abziehen.

Das Vorhaben flog auf, als die republikanische Anwältin Lane Ruhland am Dienstag bei der Abgabe von Unterschriftenlisten für Wests Kandidatur bei der zuständigen Wahlbehörde im Staat Wisconsin beobachtet wurde. Der Rapper, ein Fan Donald Trumps, hatte Anfang Juli seine Kandidatur erklärt.

Trump erhielt 2016 sowohl in Michigan als auch in Wisconsin willkommene Schützenhilfe von Präsidentschaftskandidaten dritter Parteien. In Michigan, wo er mit einem denkbar knappen Vorsprung von etwas mehr als 10’000 Stimmen siegte, verbuchten die Kandidaten der Grünen sowie der Libertarierpartei zusammen mehr als 220’00 Stimmen. Ohne sie hätte Hillary Clinton den Staat wahrscheinlich für sich entschieden.

59 Kommentare
    U.R.Brand

    Alexander Wetter:

    Auch die Reps.haben wohl nichts gescheiteres anzubieten.Da wird weiterhin das Schleudersitz-Sistem akzeptiert aus Angst der naechste abgeschossene zu sein.

    Biden vom alter her ist ein?aber vom Respekt gegenueber der USA und dem Volk ist dieser Kanditat mit den meisten Stimmen in den Vorwahlen weiiit geeigneter als der jetzige.Der Kapitaen mit studierter -gelernten-ausgebildeter usw.CREW wird das angeschlagene Schiff wieder in ruhige gewaesser steuern.(Ohne Schleudersitze).Ein Presi muss auch zuhoeren koennen,um Ja oder eventuell oder Nein zu sagen.

    Ch.Duchemin:

    Grover Cleveland war zweimal President von 4.3.1885 bis 4.3.1889 und 4.3.1893 bis 4.3.1897 also ein President.Waehrend des Amerikanischen Buergerkriegs war Jefferson Davis von 1861-1865 President der konfoederierten Staaten von Amerika;wird nicht als President der Vereinigten Staaten gezaehlt.Einfach nicht wegen kleinigkeiten meckern,bin 100te male in den Staaten gewesen.