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Berner Derby im PlayoffBEO fehlt Gegengift um Skorps zu stoppen

In einem spannenden Duell setzt sich Emmental Zollbrück auswärts gegen Unihockey Berner Oberland 6:5 nach Verlängerung durch. Damit fehlt den Skorps noch ein Sieg in der Serie.

Lara Kipf und die Skorps zwingen Sara Piispa und BEO zum zweiten Mal in dieser Playoff-Serie in die Knie.
Lara Kipf und die Skorps zwingen Sara Piispa und BEO zum zweiten Mal in dieser Playoff-Serie in die Knie.
Bild: Markus Grunder

Häufig entscheiden kleine Details ein Playoff-Spiel. Vor allem eines, das auf Messers Schneide steht. Wie der Vergleich zwischen Unihockey Berner Oberland und Skorpion Emmental Zollbrück. In der zweiten Minute der Verlängerung löst Zollbrück mit einem öffnenden Pass im eigenen Drittel einen Angriff aus. Eine Überzahl entsteht, Topskorerin Nathalie Spichiger legt für die frei stehende Sonja Brechbühl quer, die keine Mühe hat, das Game-Winning-Goal für die Skorps zu erzielen.

Dieses Tor zum 6:5 in der Overtime beendet eine Partie mit ständigen Momentum-Wechseln zugunsten der Emmentalerinnen. Somit führt Zollbrück in der Playoff-Serie 2:0. Noch ein Sieg fehlt, um in den Halbfinal einzuziehen. «Das Match hätte auf beide Seiten kippen können», gibt Skorps-Captain Lisa Liechti zu und fügt an: «Wir sind sehr glücklich, dass wir nun mit Break vorne liegen.»

Furioses Startdrittel

Die beiden Equipen legten in Spiel zwei furios los – befreit von jeglichen taktischen Fesseln. Im Mittelpunkt standen die beiden Topskorerinnen. Sowohl Zollbrücks Spichiger beim 1:0 als auch zweimal Sara Piispa von BEO glänzten mit ihrer Übersicht. Die 25-jährige Spichiger hat im Playoff schon sieben Punkte gebucht.

In der 7. Minute gelang Lena Baumgartner die neuerliche Führung zum 2:1 für die Skorps. Daraufhin nahm BEO-Trainer Mika Strömberg seine Akteurinnen kurz zusammen und schimpfte laut. «Er sagte, wir sollen endlich aufwachen», erklärt Stürmerin Karin Wenger. Bereits am Vortag in Zollbrück waren die Oberländerinnen früh einem Rückstand hinterhergerannt, ohne das Spiel noch wenden zu können (3:7).

Die Wutrede von Strömberg nützte offensichtlich. Nur vier Minuten nach dem 1:2 lag BEO plötzlich mit 4:2 in Führung. «In dieser Phase fehlte uns die Qualität mit Ball, und so luden wir sie zum kontern ein», sagt Skorps-Trainer Lukas Schüepp. Das erste Drittel war aber immer noch nicht vorbei, denn 36 Sekunden vor dem Ende schossen die Emmentalerinnen durch Sonja Brechbühl den für die Moral wichtigen Anschlusstreffer.

Ein Hin und Her

Obwohl nach dem ereignisreichen Startdrittel zunächst die Stabilität im Vordergrund stand, war der Match alles andere als langweilig. Ein Doppelschlag von Zollbrück sorgte bis zur zweiten Pause für eine erneute Wende. Bei beiden Toren hatte Ersatz-Captain Liechti – sie vertritt die verletzte Nadia Reinhard – ihren Stock im Spiel.

Im letzten Drittel rannten die Oberländerinnen oftmals vergeblich an. Drei Minuten vor Ende erzielte Julia Turunen im Powerplay doch noch den Ausgleich und rettete BEO in die Verlängerung. Für den Heimsieg reichte es dennoch nicht.

«Jetzt gilt es, den Fokus zu behalten, damit wir im dritten Match den Sack zumachen», sagt Zollbrücks Liechti.
Trotz dem 0:2-Rückstand in der Serie blickt BEO-Captain Claudia Leu zuversichtlich voraus: «In der Qualifikation haben wir Zollbrück zweimal geschlagen. Wieso sollte uns dies nicht noch mal im Playoff gelingen?»