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Tag 12: Futterneid und zweierlei Gratin

Sollte man sich als Veganer anmelden, wenn man von Freunden zum Essen eingeladen wird? BZ-Redaktorin Claudia Salzmann hat es versäumt.

Zweierlei Gratin: Ob dieses mit oder ohne tierische Produkte ist?
Zweierlei Gratin: Ob dieses mit oder ohne tierische Produkte ist?
Claudia Salzmann

Freunde luden mich und meinen Freund zum Abendessen ein. Etwas spät kam mir in den Sinn, dass die beiden leidenschaflichen Köche wohl düpiert sein werden, wenn ich sie nicht von meinem Experiment unterrichte. Ich rief an und die Köchin lachte ins Telefon: «Ich bin gerade auf dem Nachhauseweg, mit Sojamilch im Gepäck.» Ich war gerührt.

So gab es ein Extramenü für mich: Salat mit Kernen und Sauce zum selber mischen, für die anderen eine Kürbiscremesuppe. Beim Hauptgang verspührte ich zum ersten Mal Futterneid, als ich das Hirschentrecote roch. Dazu gabs Brokkoli und zweierlei Gratin: ein veganer und ein normaler. Eigentlich wollten wir eine Blinddegustation machen, aber da zwei von vieren bereits wussten, welcher derjenigen mit Käse ist, liessen wir's bleiben.

Dass sie einfach so eine vegane Variante (Rezept siehe Box) hinzauberten, fand ich nicht selbstverständlich. Im Verlaufe des Abends merkte ich, wie experimentierfreudig sie sind und gerne Unbekanntes ausprobieren. Diese Offenheit würde allen gut tun.

Alle degustierten auch die vegane Variante, doch die normale gefiel besser. Ob dabei die goldbraune Kruste oder der Salzgehalt eine Rolle bei der Wertung gespielt haben, weiss ich nicht. Die Sojaflocken ziehen auch käseähnliche Fäden, aber sie wurden nicht ganz so schön braun wie derjenige auf dem unveganen Gratin (im Bild).

Zum Futterneid: Vor dem Selbstversuch habe ich viel Fleisch und Fisch gegessen, sehr viel, mehr als man sollte. Ein Essen ohne Fleisch ist unvollständig, dachte ich immer. Heute war das erste Mal, dass ich gerne einen Bissen Fleisch gehabt hätte. Dennoch finde ich es erstaunlich, wie wenig ich es vermisse und wie satt man wird.

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