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Tag 14: Dumme Sprüche

Das Vorhaben, einen Monat vegan zu leben, hat verschiedene Reaktionen ausgelöst. BZ-Redaktorin Claudia Salzmann hat sich die besten Sprüche aus dem Umfeld notiert.

Nebst Sprüchen gibts auch ein vitaminreiches Geschenk im Büro.
Nebst Sprüchen gibts auch ein vitaminreiches Geschenk im Büro.
Claudia Salzmann

Als ich von meinem Vorhaben erzählte, dass ich einen Monat lang vegan leben wolle, musste ich einige Sprüche einstecken. Mein Freund fragte bloss: «Bist du sicher?», und nun hat er es akzeptiert. In der WG höre ich vor allem von einem Mitbewohner Sprüche: «Hey, du hast noch dein komisches Fleisch im Kühlschrank.» Dann lacht er und steckt sich genüsslich eine Scheibe Schinken in den Mund.

Im Büro kamen die meisten Sprüche: «Lebst du noch?», «Pass bloss auf, das ist ansteckend!», «Du wirst um 10 Jahre altern, wirklich wahr. Ich hatte mal ein Interview mit Veganern, und die haben viel älter ausgesehen», «Hoffentlich bist du dann nicht mies drauf...», «Eigentlich hätte ich dich zum Grillabend einladen wollen, aber das geht ja jetzt nicht», «Ich staune, wie gut drauf du bist» oder «Lieber du als ich.»

Körnlipicker ohne Sex?

Aber ich werde auch kontrolliert: «Ist das in deinem Tupperware wirklich vegan?», «Du hast sicher schon beschissen und heimlich eine Cervelat gegessen» oder «Ist das vegane Schokolade?» bekomme ich zu hören.

Oder wenn ich einen Veganer-Event besucht habe, interessieren sich manche, wie es war: «Gell, die sind richtig aggressiv drauf, weil sie kein Fleisch essen?» oder «Die reden immer nur über Essen, nicht wahr?» oder stempeln Veganer als «doofen Körnlipicker» ab. Einige stellen sich auch die Frage, ob Veganer überhaupt Sex haben, wenn sie doch kein Fleisch mögen?

Diese Sprüche zeigen mir skizzenhaft, was sich wohl einige Veganer täglich anhören müssen, verkehren sie denn nicht in einem offenen Umfeld. Ich habe den Eindruck, dass ich durch meinen Versuch viele auf ihr Konsumverhalten hinweise, und sie sich daher in so unbeholfene Sprüche retten.

Vermicelles mit Rüebli

Als ich heute im Büro ankam, haben alle schon schadenfreudig gegrinst und gesagt: «Du hast ein Dessert bekommen.» Ein Kollege zieht frisch gepflückte Karotten aus der Tüte und dann muss auch ich lachen.

Da hat jemand einen Sonderaufwand für einen Witz auf sich genommen. «Die Karotten sind von der Terrasse einer Kollegin», erklärt der Kollege mir. Natürlich gibts noch ein richtiges Dessert dazu: Er habe in der Bäckerei gefragt, was den vegan sei. Vermicelles, hätten die Verkäuferinnen etwas ratlos geantwortet. Ich müsse nur noch den Rahm wegkratzen. Dass aber Butter drin ist, davon wissen die Verkäuferinnen wohl nichts.

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