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Carlos sieht rot

40 Jahre alt und kein bisschen weise. Zumindest nicht auf dem Fussballplatz. Ex-YB-Star Carlos Varela dreht noch immer schnell im roten Bereich, wenn ihm der Duft von frischem Rasen in die Nase steigt und er sich ungerecht behandelt fühlt.

Stülpt sich Varela einen Fussballdress über, verwandelt er sich wie von Zauberhand in einen Choleriker, einen Eigenbrötler mit kurzer Zündschnur.
Stülpt sich Varela einen Fussballdress über, verwandelt er sich wie von Zauberhand in einen Choleriker, einen Eigenbrötler mit kurzer Zündschnur.
Keystone

Die neuste Eskapade des schnellen Flügelspielers: ein Platzverweis nach einer Tätlichkeit gegen einen Gegenspieler und einem verbalen Ausraster gegen den Schiedsrichter – eingehandelt nach neun Spielminuten im komplett belanglosen Match mit den Senioren des CF España Bern gegen den FC Münsingen. Die Konsequenz: 8 Spielsperren!Und schuld waren natürlich wieder einmal die anderen. Der unfitte Schiedsrichter.

Der untalentierte, hüftsteife Gegenspieler, der zur Blutgrätsche ansetzt und Varela von hinten in die Fersen tritt. Oder die zwei oder drei Zuschauer am Spielfeldrand, die sich einen Spass daraus machen, den Hitzkopf verbal zu provozieren. «Ich wurde von hinten gefoult. Mein Gegenspieler sah dafür ja auch Gelb. Ich bin mit ihm zusammengeprallt, und er stellte sich danach tot», erklärte Varela gegenüber dem SRF seine Tätlichkeit. Selbstkritik? Fehlanzeige!

Stülpt sich Varela einen Fussballdress über, verwandelt er sich wie von Zauberhand in einen Choleriker, einen Eigenbrötler mit kurzer Zündschnur. So beratungsresistent wie ein Diktator, so aufgedreht wie ein Partyhengst. Der schweizerisch-spanische Temperamentbolzen fährt dann Einbahnstrasse in seinem eigenen schwarzen Tunnel.Und das war schon immer so. 129 Gelbe Karten und 14 Platzverweise handelte sich der Schiedsrichterschreck in seiner Profikarriere in der Super League in seinen Stationen bei YB, Basel, Servette und Xamax ein, war bei den gegnerischen Fans stets der Buhmann.

Es spricht für Varelas Leidenschaft für den Fussball, dass er sich auch im hohen Sportleralter noch reinhängt, à tout prix gewinnen will. Dass sich der Chefscout von Servette aber selbst als Senior von schwächeren Gegnern, die gar keine anderen Mittel haben, als zur Grätsche anzusetzen, derart aus der Fassung bringen lässt, ist lächerlich. Vielleicht wäre es besser, Varela würde seine Schuhe an den Nagel hängen. Es wäre auch für ihn gesünder...

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