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Wahre Liebe

Wenn die gepflegte Frau ihren noblen Ehemann vom Furzverdacht erlöst.

Wir sassen zu fünft bier- und weinselig in einem Restaurant. Es war diese herrliche arbeitsfreie Zeit, in der fast alle etwas gelöster, ja hemmungsloser sind. Nebenan sass an einer endlosen Tafel eine etwas feinere Gesellschaft aus einem Dutzend Personen: elegante Blusen, bunte Krawatten, klimpernde Armreifen. Duftschwaden von Roma von Laura Biagiotti und Kölnischwasser zogen herüber.

Ein gesetzter Herr im blauen Anzug und dem Gehabe eines Politikers stand auf, kam rüber, fragte uns, woher wir kommen. Es folgte ein kleiner Austausch von Freundlichkeiten. Als er sich wieder zurück an seine Tafel begab, hinterliess er einen unbeschreiblichen Gestank. 5 von 12 Leuten hielten sich die Nase zu.

Der Mann setzte sich wieder hin. Ich sagte noch: «Wow. Ist dem scheissegal.» Er sass da und lächelte selig. Inzwischen hielten 17 Menschen sich die Nase zu und lachten. «Nicht schlecht», dachte ich. «Es gibt nicht viele, die die Courage haben, unter so vielen Menschen einen fahren zu lassen und sich dabei nicht einmal schämen.»

Plötzlich hob der Mann seine buschigen Augenbrauen, schaute in die Runde und sagte: «Nein! Nein! Das war ich nicht!» Ich war enttäuscht.

Aber dann schaute er zu seiner Frau und sagte laut: «Fragt sie!», und liess seinen Blick durch die Runde wandern. «Sie kennt meine Fürze. Das war ich nicht. Die riechen anders.» 17 Augenpaare waren auf die Frau gerichtet: «Das stimmt», sagte sie. «Das kann er nicht gewesen sein.» Gelächter. Und ich dachte: in guten wie in schlechten Zeiten.

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