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Wassereinbrüche im LötschbergBLS will Basistunnel noch dieses Jahr sichern

Nach mehreren Wassereinbrüchen im Lötschberg-Basistunnel hat die Betreiberin BLS an einer Pressekonferenz erläutert, wie das Problem gelöst werden soll.

Durch Schlamm und Wasser: Die SBB-Lokomotive, die am 6. Februar nur knapp einer Katastrophe entging.
Durch Schlamm und Wasser: Die SBB-Lokomotive, die am 6. Februar nur knapp einer Katastrophe entging.
Foto: PD

Nach mehreren Wassereinbrüchen an einer Stelle des Lötschberg-Basistunnels will die Tunnelbetreiberin BLS Wasser und Schlamm in einer neuen Kaverne fassen und aus dem Tunnel leiten. Das Bahnunternehmen hofft, bereits im Herbst mit dem Bau beginnen zu können.

Die BLS rechnet mit einer Bauzeit von mehreren Monaten und Kosten in siebenstelliger oder niedriger achtstelliger Höhe, wie Stefan Irngartinger, Projektleiter Alptransit der BLS am Dienstag vor den Medien sagte.

Die Oströhre des Basistunnels muss während der Bauzeit gesperrt werden. Das bedeutet, dass der Bahnbetrieb mehrere Monate im Einspurbetrieb durch die Weströhre geführt wird. Die stündlichen Personenzüge zwischen dem Wallis und Bern will die BLS aufrechterhalten.

Fassungsvermögen von tausend Kubikmetern

Wie wir berichtet hatten, trat der Schaden im Bereich eines unverschlossenen Erkundungsbohrlochs auf. Durch natürliche Ereignisse hatten sich der Wasserfluss in einem Karstsystem über dem Tunnel verändert.

Karstsysteme seien unberechenbar, betonte Irngartinger. Daher habe man sich seinerzeit entschieden, das Bohrloch nicht zu verfüllen und das Wasser aus dem Karstsystem abzuleiten. So könne man vermeiden, dass sich irgendwo unkontrolliert Wasserdruck aufbaue, der dann auf die Tunnelkonstruktion einwirke.

Die Schadstelle ist laut Irngartinger lokal und nicht auf Mängel am Abdichtungssystem des Tunnels zurückzuführen. Der Schaden trat dort auf, wo Wasser aus dem bekannten Karstsystem gefasst und abgeleitet wird. Laut Irngartinger geschieht dies über zwei Schläuche hinter der Tunnelwand. An diesen Schläuchen muss durch den hohen Wasserdruck ein Leck entstanden sei.

Eine Dusche im Berg: Das Bild zeigt, wie Wasser in den Lötschberg-Basistunnel drückt.
Eine Dusche im Berg: Das Bild zeigt, wie Wasser in den Lötschberg-Basistunnel drückt.
Foto: PD

Durch den entstandenen Wasserdruck wurde die Abdichtefolie beschädigt, so dass Wasser und Schlamm in den Tunnel eindringen konnten. Wasser und Schlamm werden seit dem ersten Wassereinbruch in provisorischen Absetzbecken gesammelt und aus dem Tunnel geleitet.

Definitiv Abhilfe schaffen soll nun eine Kaverne, die auf der Ostseite der Oströhre erstellt werden soll. Sie soll mindestens ein Fassungsvermögen von tausend Kubikmetern haben, wie Irngartinger ausführte. Zu den Kosten machte der Projektleiter Alptransit BLS keine konkreten Angaben. Irngartinger sprach von einem guten siebenstelligen bis zu einem niedrigen achtstelligen Betrag.

Am 9. Februar 2020 waren die Passagiere eines Intercity knapp einer Katastrophe entgangen, als es der Zug durch die teilweise bis zu 30 Zentimeter tief im schlammigen Wasser stehenden Gleise bis an den Endbahnhof in Brig schaffte. 

Schienen unter Wasser: Bis zu 30 Zentimeter hoch stand das Wasser im Lötschbergtunnel.
Schienen unter Wasser: Bis zu 30 Zentimeter hoch stand das Wasser im Lötschbergtunnel.
Foto: PD

SDA