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Ortsplanung ThunBürger machten über 600 Eingaben

Die Stadt überarbeitet die Ortsplanungsrevision bis im Herbst. Im Rahmen der Mitwirkung setzte die Bevölkerung Schwerpunkte bei Ökologie und Ortsbild.

Auch die Zukunft der ehemaligen Schadaugärtnerei beschäftigt viele Thuner.
Auch die Zukunft der ehemaligen Schadaugärtnerei beschäftigt viele Thuner.
Foto: Patric Spahni

Im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zur Ortsplanungsrevision (OPR) gingen bei der Stadtverwaltung über 600 Eingaben ein. «Sie zeigen, dass sich die Bevölkerung eine qualitativ nachhaltige Stadtentwicklung wünscht», heisst es in einer Mitteilung der Stadt Thun. Die rund 1100 Anliegen betreffen demnach zu einem grossen Teil die Abstimmung zwischen dem Schutz von Grünflächen, der Ortsbildqualität und den Massnahmen zur Siedlungsentwicklung nach innen (Aufzonungen, Nutzungsmass und Grenzabstände).

«Der Gemeinderat begrüsst das breite Engagement und schätzt die zahlreichen Anregungen. Es gilt nun, die Eingaben im Detail und mit der nötigen Sorgfalt zu prüfen, Baureglement und Zonenplan zu überarbeiten und wo nötig zu konkretisieren.» Aufgrund der umfangreichen Eingaben müsse der Terminplan angepasst werden. Der entsprechende Mitwirkungsbericht werde voraussichtlich im Herbst 2020 verabschiedet und publiziert.

Grünflächen schützen und Flächen besser nutzen

Zum Schutz von Grünflächen sollen bereits bebaute Flächen besser genutzt werden. Um dies zu erreichen, wurden unter anderem die Einführung des Arealbonus sowie die Abschaffung der Ausnützungsziffer und des grossen Grenzabstandes im Mitwirkungsentwurf vorgestellt. Diese Massnahmen seien laut Mitteilung rege diskutiert worden, da sie in enger Verbindung mit dem Wachstumspotenzial und dem möglichen Mehrverkehr stehen. «Aufgrund der Komplexität und basierend auf den Eingaben müssen diese Masse gewissenhaft aufeinander abgestimmt und allenfalls angepasst werden.»

«Bei den zahlreichen Massnahmen zur Erreichung der Klimaziele begrüssen die Mitwirkenden vor allem den ökologischen Ausgleich, den Schutz von Grünflächen und -strukturen, die Einführung der Grünflächenziffer, den Baumschutz und die Förderung der Biodiversität.» Auch die neuen Bestimmungen zu Energie und Mobilität stiessen grundsätzlich auf «grosse Zustimmung».

Quartiere nehmen Stellung

Eine grosse Anzahl der Anliegen erreichte die Verwaltung in Form von Sammeleingaben und gleichlautenden Schreiben aus den Quartieren. «Geplante Aufzonungen, die Anwendung des Arealbonus und die Sicherung von Aussenraumqualitäten sind zentrale Themen», schreiben die Verantwortlichen. Auch das Gebiet der Schadaugärtnerei, die zu einem Grossteil öffentlich genutzt werden soll, interessiere.

Im Herbst informiert die Stadt die Mitwirkenden und die breite Bevölkerung im Rahmen des Mitwirkungsberichts. Nach der Bereinigung werden die Unterlagen dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Die Vorprüfung, eine allfällige Überarbeitung der Dokumente und die öffentliche Auflage folgen voraussichtlich bis Ende 2021. Die Genehmigung durch den Thuner Stadtrat und den Kanton sowie die Inkraftsetzung der neuen Grundordnung folgen in Anschluss daran.

pd/jez