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Diskriminierend

«‹Tatort›: Eingangshalle eines grossen Supermarktes in Schönbühl, Mittwoch, gegen 17.30 Uhr. Nichts Böses ahnend, machte ich, zusammen mit meinen Kindern, meine Einkäufe.» So beginnt die Zuschrift von Frau Alagia aus Bolligen.

Meine Tochter hatte bemerkt, dass beim Ausgang Werbung gemacht und gratis Katzenfutter verteilt wurde. Da wir eine Katze haben, stellte sie sich in die Reihe. Die Promotorin fragte sie, ob sie denn überhaupt eine Katze habe, was meine Tochter bejahte. Als ich näher trat, fragte mich die nette Frau, ob wir wirklich eine Katze hätten. Ich bestätigte dies mit einem lachenden Ja : «Das wäre noch, wenn wir das für uns nehmen würden.» Darauf fragte sie wieder: «Haben Sie wirklich eine Katze?» Da wurde ich doch etwas stutzig! «Wissen Sie», meinte sie weiter, «solche Menschen wie Sie haben doch keine Katze, dass sind doch eher wir Schweizer, die Katzen oder andere Haustiere haben. Doch nicht solche Menschen wie Sie! Das finde ich schon aussergewöhnlich, dass Sie eine Katze haben sollen!» – Ganz nach dem Motto: «S’git nüt, wos nit git!» Etwas erstaunt fragte ich nach, was genau sie damit meine, denn ich traute meinen Ohren nicht. Darauf diese ganz locker weiter im Takt: «Aber wirklich, dass ein Schlag Menschen wie Sie eine Katze hat, erstaunt mich doch sehr!» Unsere Nationalität: schweizerisch-italienisch. Die Hautfarbe: sehr sonnengebräunt. Was hätte mich wohl erwartet mit gelber oder schwarzer Hautfarbe? Ich darf gar nicht daran denken... Anita Alagia, Bolligen

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