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Es lebe Kosovare aus dem Kosovo (2)

53 Prozent unserer Online-User haben dafür gestimmt, dass Eva Hardmeier aus Bern weiterschreiben soll.

Eva Hardmeier, Bern
Eva Hardmeier, Bern
zvg

Sie heisst Kosovare und kommt aus dem Kosovo. Wir drücken zusammen die Schulbank – ja, richtig gehört, frau hat ja nie ausgelernt. Kosovare ist hübsch, intelligent, äusserst unterhaltsam und vor allem ziemlich frech. Sie trägt meistens Leggins, die glänzen wie Weihnachtskugeln, und High Heels in schwindelerregender Höhe. Die Haare sind schwarz, rabenschwarz und sehr lang. Sie ist verheiratet – auch mit ihrer Hochsteckfrisur, das volle Programm. Sie gefällt mir gut.

Das Berndeutsch hat sie ebenfalls voll krass drauf, und im Deutschen, na ja, Kosovare ist die Meisterin der Wortkreationen. Zum Beispiel Stundenfutter. Ja, alles klar, wie es der Name ja schon sagt. Es ist Futter, klein und handlich, um zu futtern während der Schulstunden, ist doch logisch, Mann!

Sprache lebt, Sprache entwickelt sich, sie entspringt dem lebendigen, wahren Leben. Bis in fünfzig Jahren hat das Stundenfutter vielleicht ganz still und unauffällig das Studentenfutter verdrängt. Mir gefällt auf jeden Fall die Veränderung der Sprache. Auch Worte machen Wege, Reisen und Veränderungen – manchmal sehr gut, manchmal weniger gut. Sie kommen und gehen wie die Menschen, die sie kreiert haben. Stundenfutter ist doch wunderbar, und noch wunderbarer ist es, wenn Kosovare über die Pflege ihrer dementen Patienten spricht. Glitzer, Glanz und French Manicure machen Kompetenz und Professionalität Platz, das kosovarische Herz machte sich breit.

Ich habe sie wahnsinnig lieb gewonnen und bin wieder einmal beeindruckt, was Bildung mit Menschen macht. Es lebe Kosi!

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