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Himmlische Geschichten

Die 80-jährige Bernerin Ilse Reht hat ein Büchlein voller Sprichwörter, Lebensweisheiten und Geschichten veröffentlicht. Das Besondere: Das Buch ist gratis. Und: Ilse Reht heisst eigentlich ganz anders.

So beginnt «Eine himmlische Geschichte»: Das Schwarzweissbild zeigt Ilse Reht als 18-Jährige auf dem Gipfel des Matterhorns. Ihr wahres Gesicht wird die Autorin erst in einem späteren Buch zeigen.
So beginnt «Eine himmlische Geschichte»: Das Schwarzweissbild zeigt Ilse Reht als 18-Jährige auf dem Gipfel des Matterhorns. Ihr wahres Gesicht wird die Autorin erst in einem späteren Buch zeigen.
Urs Baumann

Kennen Sie Ilse Reht? Höchstwahrscheinlich nicht, denn es gibt sie gar nicht. Besser gesagt: Es gibt sie, aber sie heisst in Wirklichkeit anders. Ihr richtiger Name lautet – nein, der sei hier nicht verraten. Wer wissen möchte, wer sich hinter dem Pseudonym Ilse Reht verbirgt, muss sich etwa ein Jahr lang gedulden.

Das Einzige, was man jetzt schon von ihr weiss: Ilse Reht ist 80 Jahre alt und lebt im Grossraum Bern. Sie ist achtfache Mutter und sechzehnfache Grossmutter. Sie selber war kein Wunschkind, aber ein geliebtes Kind. Sie stieg als junge Frau aufs Matterhorn. Sie liebt Sprichwörter, Märchen und Geschichten. Und sie ist Christin. Überzeugte Christin.

«Kostenlose Kostprobe»

Woher man das alles weiss? Aus ihrem Büchlein «Eine himmlische Geschichte», welches sie soeben zu Rezensionszwecken an die Medien verschickt hat und ab Anfang Dezember erhältlich ist. Das Besondere am knapp hundert Seiten starken und vom Agon-Verlag herausgegebenen Buch: Es ist kostenlos (Bestelladresse siehe am Schluss des Artikels ) und bildet den Auftakt einer zehnteiligen Buchreihe, welche Ilse Reht mehr oder weniger im Monatsrhythmus publizieren will. «Dieses erste Bändchen», erklärt sie auf Anfrage, «ist gratis, weil ich es sozusagen als kostenlose Kostprobe sehe. Wem es gefällt, kauft sich danach vielleicht eines oder mehrere der Folgebändchen, die dann 10 Franken pro Exemplar kosten.»

Das erste Büchlein erscheint in einer Auflage von dreitausend Exemplaren. Auf die Frage nach der Finanzierung erklärt Ilse Reht, deren vor zwei Jahren verstorbener Mann einst in leitender Funktion beim Weltpostverein tätig war, kurz und knapp: «Das ist sekundär.» Ihr liege dieses Buchprojekt einfach sehr am Herzen.

Schon als Mädchen, erzählt sie, habe sie gerne geschrieben. Und schon seit langem habe sie den Gedanken mit sich herumgetragen, all die Märchen, Geschichten, Leserbriefe, Sinngedichte und sonstigen Texte, die sie im Verlauf der Jahrzehnte verfasst hat, in Buchform herauszugeben. «Lange fehlte mir aber als engagierte Mitarbeiterin in einem Hilfswerk die Zeit dafür. Erst jetzt habe ich etwas Luft», sagt Reht, die vor lauter Tatendrang nur so strotzt: «Ich tue das, um meinen Kindern, Enkelkindern und allen anderen Interessierten mein Gedankengut und meinen Glauben in bleibender Form weiterzugeben.»

«Nahrung für die Seele»

Das Büchlein, das Ilse Reht als «ideales Mitbringsel» und «Nahrung für die Seele» bezeichnet, mag für viele Leserinnen und Leser etwas gar moralisierend und religiös ausgefallen sein. Aber manche Passagen regen durchaus auch zum Schmunzeln an. Und einige Geschichten zum Nachdenken. So etwa die «himmlische Geschichte», die dem ersten Buch den Namen gegeben hat: Darin geht es um einen Mann, der nach seinem Tod die Himmelsleiter hochsteigen will – aber nicht vorwärtskommt, weil der Sack mit all den wertvollen Sachen, die er unbedingt mitnehmen will, viel zu schwer ist. Zum Glück träumt er das alles nur – und nach dem Aufwachen beschliesst er, ein weniger materielles Leben zu führen.

Zudem ist so manches als Fortsetzungsgeschichte aufgezogen: Wer etwa im ersten Buch liest, wie und warum Reht als knapp 18-Jährige in Zermatt als Köchin angestellt wurde, möchte wohl auch erfahren, wie sie es – ohne jegliche Bergerfahrung – aufs Matterhorn schaffte.

«Von Band zu Band», sagt Ilse Reht, «werde ich ein wenig mehr von mir preisgeben. Meinen wahren Namen möchte ich aber möglichst lange geheim halten. Also verraten Sie ihn bitte nicht!» Natürlich nicht. Der einzige Tipp, den wir geben: Im Pseudonym verbirgt sich der richtige Vorname der Buchautorin.

So bestellen Sie «Eine himmlische Geschichte»: Schicken Sie einen Brief an Ilse Reht, Postfach, 3001 Bern, und legen Sie einen an Sie selbst adressierten und frankierten (Fr. 1.10) B5-Umschlag bei.

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