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Leserbriefe live: Je schräger, desto besser

Niveaulose Leserbriefe müssen nicht zwangsläufig im Papierkorb landen. Mit Zuschriften, die es weder in die Zeitung noch ins Onlineportal schaffen, lassen sich unterhaltsame Abende gestalten.

P.G. aus E. (Name der Redaktion bekannt) will die Menschheit vor dem Untergang retten. Mit einem Leserbrief versucht er, nichts ahnende Zeitgenossen vor der Apokalypse zu warnen. Nebst vielem, vielem anderem schreibt G: «Die Verkündung des Geschräubleten können Sie den Holocaust-Juden-Sekten, Astro-koryphäen, Realitätkoryphäen und Physikkoryphäen übertragen. Wo die Wahrheit zerstört ist, ist immer Satan.» Solche und artverwandte Pamphlete trudeln mit einer beeindruckenden – um nicht zu sagen: fast ein wenig beunruhigenden – Regelmässigkeit auf der «Forum»-Redaktion ein. Wir lesen sie meist nicht einmal zu Ende, bevor wir sie aus dem Mailfach löschen oder in den Papierkorb werfen. Es geht aber auch anders. Journalisten in Berlin, Stuttgart und Augsburg haben einen Weg gefunden, um derlei Post trotz oder gerade wegen ihres abseitigen Inhalts verwerten zu können: Sie lesen die Briefe vor Publikum vor. An sogenannten «Hate Poetry Slams» präsentieren sie auf einer Bühne Zuschriften, die aus moralischen, ethischen, juristischen oder anderen Gründen nicht veröffentlicht werden konnten. Eine ad hoc gebildete Jury erkürt am Ende den abartigsten Beitrag. Wie die «Financial Times Deutschland» berichtet, erfreuen sich diese Veranstaltungen eines «wachsenden Zulaufes». Auch die «Forum»-Redaktion verfügt über ausreichend Material, um damit einen Leseabend bestreiten zu können. Die Namen der Absender würden mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz ebenso wenig genannt wie jene der Adressaten. Abgesehen davon würde gelten: je schräger, desto besser. Ehrlich gesagt: Wir würden uns freuen, das eine und andere Müsterchen vorlesen zu dürfen. Die Frage ist nur: Möchte auch jemand zuhören? jhoWas halten Sie von der Idee? Schreiben Sie an Redaktion Berner Zeitung, «Forum», Dammweg 9, 3001 Bern, oder schicken Sie eine Mail an redaktion@bernerzeitung.ch (Stichwort: Poetry).

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