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Mit Skalpell und Nagellack

Larissa Ulmann ist Podologin. Sie lindert Schmerzen, korrigiert Formen von eingewachsenen Zehennägeln und freut sich ob des neuen Wohlbefindens ihrer Kunden.

Helfen, das wollte Larissa Ulmann aus Kirchenthurnen schon immer. Als Kind hegte sie den Wunsch, Krankenschwester zu werden, später wurde daraus die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit (Fage). Heute sind ihr gesunde Füsse von Kunden ein Anliegen. Sie hat nochmals den Beruf gewechselt und eine Ausbildung zur Podologin gemacht.

«Es ist einfach schön, zu sehen, wie die Leute aufatmen, wenn der Zehennagel nicht mehr bei jedem Schritt Schmerzen verursacht.»

Larissa Ulmann, Kirchenthurnen, Podologin

Und so ist sie nun in der Fusspraxis Irena Vondal in der Berner Lorraine angestellt. Auf gutem Fuss zu stehen, sei wichtig für das Wohlbefinden, sagt sie. Jede Linderung von Schmerzen bei Kunden verschaffe ihr eine gewisse Genugtuung: «Es ist einfach schön, zu sehen, wie die Leute aufatmen, wenn der Zehennagel nicht mehr bei jedem Schritt Schmerzen verursacht.»

Arbeitsset: Hautzange, Skalpelle, Pinzette und weitere Instrumente.
Arbeitsset: Hautzange, Skalpelle, Pinzette und weitere Instrumente.

Ein eigenes Geschäft als Ziel

Die 26-Jährige betont, wie stimmig für sie ihr Beruf ist, auch wenn sie zwischendurch auch Füsse in desolatem Zustand zu sehen bekommt. Das gehöre halt zu ihrer Tätigkeit, das sei verkraftbar, sagt sie. Das Fussbad vor jeder Behandlung erleichtert ihr die Arbeit an diesen Füssen. «Ich konzentriere mich auf das Resultat am Ende der Behandlung, auf die Verbesserung des Zustandes.»

Es ist die individuelle Behandlung, die Kundenorientiertheit, die Larissa Ulmann dazu bewogen hat, nach der dreijährigen Ausbildung zur Fage nochmals weitere drei Jahre die Schulbank zu drücken, um als Podologin EFZ arbeiten zu können. Genug ist ihr das immer noch nicht. Ihr Ziel ist die Weiterbildung zur ­eidgenössisch diplomierten Podologin HF. So könnte sie ihr eigenes Geschäft eröffnen und vermehrt Risikopatienten behandeln, zum Beispiel Leute mit starkem Diabetes und anderen Krankheiten mit Folgen für die Füsse.

Nagelpflege: Damit es nicht mehr bei jedem Schritt schmerzt.
Nagelpflege: Damit es nicht mehr bei jedem Schritt schmerzt.

Im Dienst für die Gesundheit

Doch vorerst will die 26-Jährige möglichst viele Leute mit Problemfüssen glücklich machen, wie sie erzählt und holt aus der Schublade im Behandlungszimmer ihr neunteiliges Arbeitsset heraus. Eine Hautzange, zwei Skalpelle, eine Pinzette und weitere Instrumente glänzen metallisch. «Ja, das sind klassische Skalpelle», bestätigt die Podologin auf Nachfrage. Man lerne diese scharfschneidigen Arbeitsutensilien zu schätzen, so könne Hornhaut effizient entfernt werden. Wichtig sei natürlich auch die Nagelzange zur Reduktion des Nagels. Links und rechts einsetzbar, ist sie ein unabdingliches Werkzeug für Profis.

Beim vorausgehenden Fussbad bespricht sie mit den Kunden allfällige Probleme mit den Füssen. «Zu uns kommen viele Kunden mit schmerzenden Füssen», erläutert Larissa Ulmann. Doch wer sich einmal von einer versierten Podologin habe behandeln lassen, komme gerne wieder, auch einfach zum Wohlbefinden und als Gesundheitsvorsorge. Auf Wunsch – und das ist laut Larissa Ulmann sehr oft der Fall – lassen sich die Kundinnen noch die Zehennägel lackieren. Auch das macht sie gerne: «Das ist doch ein perfekter Abschluss für eine Behandlung.»

Nagellack: Der «perfekte» Abschluss einer Behandlung.
Nagellack: Der «perfekte» Abschluss einer Behandlung.

Fast scheint es, als könne nichts und niemand das Dauerlächeln der Berufsfrau unterbrechen. Doch beim Thema «auf ärztliche Anordnung» runzelt sie die Stirn und wirkt angriffig. «Nein, unsere Behandlungen sind von den Krankenkassen nicht anerkannt, leider», sagt sie. Nicht einmal einen noch so offensichtlichen Nagel- oder Hautpilz dürfe sie diagnostizieren. Sie könne der Kundin höchstens raten, den Fuss von einem Arzt untersuchen zu lassen. Sie plädiert für eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten, Dermatologen und Orthopäden. Gerade bei Risikopatienten ist dies laut Larissa Ulmann dringend erwünscht.

Die Natur als Ausgleich

So oder so: Larissa Ulmann ist überzeugt, den richtigen Beruf gefunden zu haben. Für andere da zu sein, zu helfen, das liegt ihr. Sie komme ja nicht zu kurz, ernte dafür viel Lob und verhelfe zu mehr Wohlbefinden. Im Privatleben achtet sie auf einen gesunden Ausgleich. Wichtig sind ihr ihre beiden Katzen Pancho und Scheriff. Dazu kommen für Larissa Ulmann die Stunden mit ihrem Freund, ihrem Zwillingsbruder, den Kolleginnen und Kollegen. Sie sei zudem ein Naturmensch, beobachte gerne und schleppe allerlei Naturmaterial nach Hause. Und noch etwas geistert im Moment im Kopf der Berufsfrau herum: Sie möchte nach Asien reisen, noch bevor sie die nächste Weiterbildung in Angriff nimmt.

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