Zum Hauptinhalt springen

Rossbollen sammeln

«Es war Anfang der 50er-Jahre. Wir wohnten am Dorfausgang und hatten einen grossen Garten. Der Vater arbeitete in einer Fabrik. Als Nichtbauer fiel also kein Mist an – ausser dem «Mist», den wir drei Giele produzierten.

Doch dieser war zum Düngen nicht geeignet. So musste ich als Jüngster meinen Beitrag zum Garten anders leisten, wenn Gemüse und Früchte spriessen sollten. Jede Woche einmal musste ich das ganze Dorf hinunter- und hinaufgehen, um den Rossmist auf der Strasse einzusammeln. Damals waren natürlich noch viele Pferdefuhrwerke unterwegs , und somit gab es auch viele «Rossbollen». Mit dem kleinen Leiterwagen, bewaffnet mit Schaufel und Besen, zog ich also los. Jeden Haufen sammelte ich fein säuberlich zusammen und brachte die ganze Sammlung nach Hause. Ach, was habe ich mich oft geniert, mit dem «Mischtcharli» durch das ganze Dorf zu marschieren. Mehrmals kehrte ich unverrichteter Dinge wieder um, wenn ich von weitem Schulkameraden am Strassenrand stehen sah. Es wäre mir so peinlich gewesen, wenn sie mich beim «Rossmisten» gesehen hätten. Da meldete ich dann jeweils dem Vater – mehr oder weniger überzeugend –, es seien wahrscheinlich fast keine Pferde unterwegs gewesen. Kurt Mosimann Wasen i.E.

Haben auch Sie eine Geschichte? Dann schreiben Sie an Redaktion Berner Zeitung, Forum, Dammweg 9, 3001 Bern, oder mailen Sie an redaktion@bernerzeitung.ch (Stichwort: «Weisst du noch?»).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch