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Kein Interesse

Ein paar Tage später lesen wir auf der Frontseite der BZ: Hund hat ein Kind gebissen. Das ist sicher nicht in Ordnung. Aber, warum hat der Hund gebissen? Haben die Kinder den Hund provoziert oder gar geschlagen? Das ist nirgends zu lesen. Wir würden gerne mal positive Meldungen über Hunde in der Zeitung lesen, schreiben Walter und Käthi Hess-Weber aus Münchenbuchsee.

Keystone

Kein InteresseAusgabe vom 9. September «Achtjähriger von Hund gebissen»

Am Wochenende vom 4./5. September fand in Burgdorf eine Klubschau und ein Agility-Turnier des SKBS (Schweizer Klub der Belgischen Schäferhunde) statt. Beteiligt waren 300 Hunde aus dem In- und Ausland mit ihren Begleitern, Richter, viele Zuschauer, das OK-Team und viele fleissige Helfer. Der Anlass ging ohne Zwischenfälle über die Bühne. Diverse Zeitungen wurden angefragt, ob sie über den Anlass berichten könnten. Überall hiess es: kein Interesse. Ein paar Tage später lesen wir auf der Frontseite der BZ: Hund hat ein Kind gebissen. Das ist sicher nicht in Ordnung. Aber, warum hat der Hund gebissen? Haben die Kinder den Hund provoziert oder gar geschlagen? Das ist nirgends zu lesen. Wir würden gerne mal positive Meldungen über Hunde in der Zeitung lesen. Walter und KäthiHess-Weber, Münchenbuchsee

Hund als «Waffe»

Als langjährige Hundebesitzerin (von grossen Hunden) und dreifache Mutter hat mich dieser Zeitungsartikel sehr berührt und spontan ein paar Fragen aufgeworfen: Wenn diese Verletzungen des Knaben so massiv waren, warum dann Leinenzwang und kein Maulkorb? Der Hund ist bereits aktenkundig, aber der Kantonstierarzt geht davon aus, dass die härteste Massnahme nicht notwendig sein wird? Die Eltern sehen aus «nachbarschaftlichen» Gründen von einer Anzeige ab? Das ist sehr grosszügig. Jedoch weiss ich nicht, wie es ihnen ergehen wird, sollte dieses Tier noch einmal zubeissen. Wir können den Hund abklären und therapieren. Aber es bleibt ein Tier. Die wichtigste Frage möchte ich aber als Mutter und Hundeliebhaberin der Halterin stellen: Sind Sie sich bewusst, dass Sie grundsätzlich auch mit einem kinderfreundlichen Hund in dieser Grösse immer eine «Waffe» von nicht berechenbarer Art bei sich führen? Charlotte Gaugler, Liestal

Wahres GiftAbstimmung vom 26. September: Revision der Arbeitslosenversicherung

Anfang September lag die Zeitschrift des Berner KMU-Verbandes in meinem Briefkasten. Darin macht der Verband geltend, man müsse die moderate ALV-Revision annehmen, weil noch höhere Abgaben «Gift für Wirtschaft und Konsumenten» seien. In seinem Editorial setzt der Direktor Christoph Erb noch einen obendrauf, indem er titelt: «Regulierungen vernichten Arbeitsplätze». Zynischer und kurzsichtiger geht es nicht mehr. Hat denn nicht gerade das Fehlen von Regulierungen die Krise und damit die Vernichtung von Arbeitsplätzen verursacht? Und jetzt sollen die Spitzenverdiener also auch noch weniger Lohnanteile für die Absicherung der Leidtragenden abliefern. Und da das noch nicht genügt, sollen die Leistungen auch noch gekürzt werden. Dass junge Arbeitnehmende, die eine Familie finanzieren und von der Arbeitslosigkeit bedroht sind, vom Arbeitgeberverband derart verhöhnt werden: Das ist das wahre Gift. Die Zeitschrift des Berner KMU-Verbandes bestärkt mich darin, dass am 26.September das Nein zur ALV-Revision die richtige Entscheidung ist. Olivier Flechtner, Präsident SP Sense, Schmitten

Bewährt

Heute haben Kantone und Regionen die Möglichkeit, die Bezugsdauer für Arbeitslosentaggelder zu verlängern. Mit der neuen Revision soll das nicht mehr möglich sein. Damit wird ein bewährtes Instrument zur Krisenbewältigung leichtfertig aufgehoben. Die Leidtragenden sind jene, die ihre Stelle verloren haben und keine Chance haben, eine neue zu finden. Das ist unverantwortlich und kurzsichtig. Die Kosten werden trotzdem anfallen. Darauf gibt es nur eine Antwort: nein. Therese Schmid, Sugiez

Wieso eigentlich?Abstimmung vom 26. September 2010: «zäme läbe – zäme schtimme»

Immer wieder hört man, Ausländerinnen und Ausländer, die hier Steuern zahlen, aber nicht wählen dürfen, seien Zweitklassbürger. Wieso eigentlich? Wer hier arbeitet und seine Abgaben leistet, hat Anspruch auf Arbeitslosengeld, Rente und Sozialhilfe. Ihm steht alles offen, was einem Schweizer auch offensteht. Wenn aus der physischen Präsenz des Ausländers in der Schweiz ein Wahlrecht ableitbar ist, dann muss man sich fragen, welchen Sinn die Staatsangehörigkeit überhaupt hat. Warum soll der Ausländer, der wählen darf, dann nicht auch gewählt werden? Und warum nur auf Gemeindeebene, nicht auch auf Kantons- oder Bundesebene? Wenn die Bedeutung des Wahlrechts für Ausländer auf Bundesebene zu hoch ist, ist sie das naturgemäss auch auf Gemeindeebene, denn diese ist nicht unwichtiger. Hier öffnet man die Büchse der Pandora, die in einer Beliebigkeit der staatlichen Zugehörigkeit endet. Heimo Hanke, Jegenstorf

Klares Nein

Das Ausländerstimmrecht war im Kanton Bern schon ein Thema und ist bisher immer klar gescheitert. Tatsache ist, dass nach dem schweizerischen und dem kantonalen Verfassungsrecht das Stimm- und Wahlrecht untrennbar mit dem Bürgerrecht verbunden ist. Das heisst, wer dieses Recht hat, kann es auf allen staatlichen Ebenen ausüben. Mit dem Herauslösen für einzelne Gruppen schafft die Initiative eine Kollision mit unserem demokratischen Rechtsempfinden. Das Stimm- und Wahlrecht ist kein Mittel zur Integration, sondern ein Recht in unserem demokratischen System. Oder soll jemand mitbestimmen können, unabhängig davon, ob er die demokratischen Prinzipien des Landes kennt oder die Sprache versteht? Der Vorlage ist eine klare Absage zu erteilen. Thomas Knutti, Grossrat, Weissenburg

MithilfeZum Thema: Roma und Sinti

Grösstenteils leben Roma und Sinti am untersten Rand der Gesellschaft und sind selbst da ausgegrenzt. Für Aussenstehende ist leider nicht verständlich, dass viele von ihnen versuchen, in andere Länder auszureisen, um nach nur wenig besseren Lebensumständen zu suchen. Grösstenteils scheitern sie, ein Teil gerät – wie derzeit in Frankreich – mitunter mit den ausländischen Gesetzen in Konflikt. Wäre es für die Erbarmungswürdigen unter derlei Gegebenheiten nicht wesentlich besser, sich in ihrer Heimat durchzuwursteln und die dortigen Politiker ordentlich in die Pflicht zu nehmen? Anhand ihrer ethnischen Grösse muss dies doch unter Mithilfe humanistischer Organisationen endlich einmal machbar sein. Hans Gamliel, Rorschach

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