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Sündenböcke (7)

62 Prozent der Forums-Leserinnen und -Leser haben dafür gestimmt, dass Elsi Reimann aus Bärau weiterschreiben soll. Freuen Sie sich auf die 8. Kolumne nächsten Mittwoch im BZ-Forum.

Im Alten Testament finden wir die Geschichte vom Sündenbock. Moses rief die Menschen auf, ihre Sünden in den Kopf eines Ziegenböckleins zu sprechen. Das Böcklein wurde in die Wüste geschickt, damit es von den Wölfen gefressen und die Schuld erlöst werde. So ist es immer noch.

In jeder Gruppe findet sich ein Sündenbock: Das ADHS-Kind, die Ausländer, die gierigen Banker, Länder und Völker werden zu Sündenböcken gestempelt. Invalide und schwierige Kinder sühnen oft, wie sich in der Systemischen Therapie zeigt, für ihre Familien. Ausländer wurden angeworben, um für uns Arbeiten zu erledigen, die niemand machen wollte. Die christlichen Völker haben die Länder Afrikas geplündert und ihrer Kultur beraubt und wundern sich jetzt, wenn die Menschen in ihrer Not bei uns Unterschlupf suchen. Wir alle wünschen uns gute Profite für unsere Anlagen, und die gibt es immer dort, wo Menschen oder die Natur ausgebeutet werden. Wir könnten unsere Verbrechen eingestehen und uns entschuldigen bei diesen Völkern. Doch es ist einfacher, die Opfer in unseren Köpfen zu Tätern zu machen.

In der Wirtschaft werden die Chefetagen ausgewechselt, wenn etwas schief läuft. So kann man im gleichen Stil weiterfahren. Das ist einfacher, als sich einzugestehen, dass unser Wirtschaftssystem nicht funktioniert, in dem 400 Familien die Hälfte der Erde besitzen, gleichzeitig eine Milliarde Menschen hungert und die Erde ausgeplündert wird. Grundlegende Überlegungen und Veränderungen sind gefragt.

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