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«Es isch zum Verrucktwärde!»

Der Artikel zum Thema «Verpackungswahn» hat zu zahlreichen Reaktionen geführt. Grundtenor: Es sollte sich unbedingt etwas ändern.

Alles in Plastik verpackt: Das sorgt oft für Ärger und Unverständnis.
Alles in Plastik verpackt: Das sorgt oft für Ärger und Unverständnis.
Nicole Philipp

«Forum»-Leserin Vreny Klöti aus Bern hat sich kürzlich in unserer Serie «Aufgeschnappt» darüber geärgert, dass heute bald alles in Plastik verpackt ist – egal, ob Gemüse, Früchte, Magazine oder Haushaltartikel. Trotz Schlagworten wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und das Vermeiden von Abfall scheine sich die Plastikflut unaufhaltsam auszu­breiten.

Nun, Vreny Klöti ist nicht die Einzige, die darüber den Kopf schüttelt. Zahlreiche Leserinnen und Leser haben auf den Beitrag reagiert. Per Mail, Briefpost und auch online.

«Beim Thema Verpackungen könnte ich laut hinausschreien. Es isch zum Verrucktwärde!», schreibt beispielsweise Erika Müller aus Bern. «Ich halte diese übertriebenen Verpackungs- und Hygienevorschriften kaum mehr aus.»

Sie achte deshalb darauf, Plastikverpackungen möglichst zu meiden und bewusst saisongerecht einzukaufen. «Aber auch das ist es nicht einfach.» Christian Gerber aus Langnau ergänzt: «Wenn sogar Biogemüse und -früchte in Plastik abgepackt werden, dann hat das meiner Meinung nach nicht mehr viel mit Bio zu tun.»

«Kippschalter im Kopf»

Ruth Sutter aus Belp ihrerseits meint klipp und klar: «Wir müssen den Kippschalter im Kopf betätigen!» Und erinnert sich: «Die Alten und Älteren der Bevölkerung kauften noch hauptsächlich auf dem Wochenmarkt und nahmen ihre eigenen Körbe mit, die Milch holten sie mit dem Milchkesseli in der Chäsi.»

Für Ruth Sutter ist zwar klar, dass «heutige Konsumenten» sich nicht mehr konsequent so verhalten können. Trotzdem ist sie überzeugt, dass man auch in der jetzigen Zeit «einiges steuern kann».

Dem stimmt Fred Heiniger aus Langenthal ohne Wenn und Aber zu: «Ich habe immer kleine Stoffbeutel dabei, in welche ich unverpacktes Gemüse, Tomaten, Gurken und so weiter einfülle. Das geht auch im Supermarkt!»

Auch Martin Streitl aus Gerzensee denkt: «Es gäbe so viele Möglichkeiten mit nachfüllbaren Behältern.» Und präsentiert eine konkrete Idee: «Shampoo könnte man zum Beispiel in eine Art Tank füllen – und der Konsument, die Konsumentin halten die Mehrwegflasche darunter und füllen sie wieder auf.»

Kunden befragen

Paul Lehmann aus Neuenegg findet den «Verpackungswahn» – genau wie Vreny Klöti – ebenfalls «abartig». Er ist überzeugt: «Das entspricht doch überhaupt nicht den Kundenbedürfnissen.» Sein Vorschlag: Die Detailhändler sollten die Konsumentinnen und Konsumenten direkt dazu befragen, wie sie über die Verpackungen denken.

Er ist sicher, dass «kaum jemand» die Plastikflut unterstützen würde. Eine Meinung, die mehrfach geteilt wird. Und dann gibt es noch einen Tipp von Hansruedi Hirschi aus Wynigen: Wiederverwertung. «Plastiktaschen und -säcklein können rund ein Jahr lang gebraucht werden, wenn man sie auswäscht anstatt einfach wegzuwerfen.

«Wünsche mehr Plastik»

Doch ganz so einheitlich sind die Ansichten zum Thema nicht. «Bei allem Negativen muss man auch sagen, dass diese Produkte sehr willkommene Energieträger in Verberennungsanlagen sind», gibt Andreas Mathys aus Rüegsauschachen zu bedenken. Er denkt dabei insbesondere an Blisterpackungen, Fleischschalen und Silofolien in der Landwirtschaft.

Geradezu radikal äussert sich Edith Michel aus Matten. Für sie steht ausser Frage: «Ich wünsche mir noch mehr Plastik.» Solche Verpackungen würden für die nötige Hygiene sorgen. Auch der Transport sei dadurch vereinfacht. Und man finde keine fremden Haare in den Beeren und auf dem Gemüse. Klare Aussage. Punkt.

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