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Coronavirus weltweit +++ Papst richtet deutliche Worte an Corona-Skeptiker +++ Russischer Impfstoff für weniger als 20 Dollar

Staatliche Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie seien kein politischer Angriff auf die persönliche Freiheit, schreibt der Pontifex unter anderem. Internationale Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In vielen Ländern grassiert Covid-19 so stark wie im Frühjahr. Fast ein Drittel aller Neuinfektionen entfällt auf Europa.

  • Die USA bleiben mit 12,4 Millionen Infizierten punkto Gesamtzahlen das am stärksten betroffene Land.

  • Weltweit haben sich bisher über 58 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt.

  • Mehr als 1,3 Millionen Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.

LIVE TICKER

Papst richtet deutliche Worte an Corona-Skeptiker

Papst Franziskus kritisiert in einem neuen Buch die Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die von den Regierungen zum Schutz der Bevölkerung angeordneten Einschränkungen seien von einigen Gruppen fälschlicherweise als politischer Angriff auf ihre persönliche Freiheit betrachtet worden, schreibt der Papst in dem Buch «Wage zu träumen!»

Zudem übte er Kritik an Demonstranten, welche die Maskenpflicht als ungerechtfertigte Zumutung anprangerten und warf ihnen vor, sich nicht in gleichem Mass gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Kinderarmut einzusetzen. «Gegen so etwas würden sie nie protestieren; sie sind unfähig, sich ausserhalb ihrer kleinen Welt der Interessen zu bewegen», konstatiert Franziskus.

Papst Franziskus übt in seinem Buch Kritik an den Corona-Verweigerern.
Papst Franziskus übt in seinem Buch Kritik an den Corona-Verweigerern.
Foto: Keystone/Reuters (Archiv)
Gericht in Bayern kippt Testpflicht für Grenzgänger

Wer aus dem Ausland nach Bayern reist, muss sich vorläufig nicht mehr wöchentlich einem Corona-Test unterziehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gibt mit dieser Entscheidung einem Eilantrag zweier Schüler aus Österreich statt, die ein Gymnasium im Berchtesgadener Land besuchen.

Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Testpflicht seien derzeit nicht erfüllt. Ausserdem bestünden Zweifel, ob die Testpflicht verhältnismässig ist. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus.

EU einigt sich auf Impfstoff-Vertrag mit Moderna

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Dosen des aussichtsreichen Corona-Impfstoffs von Moderna ausgehandelt. Dies teilte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit. Der Vertrag solle am Mittwoch besiegelt werden.

Moderna hatte vergangene Woche erklärt, sein Impfstoff habe in der letzten klinischen Testphase eine Wirksamkeit von fast 95 Prozent der Fälle gezeigt.

Sputnik V soll weniger als 20 Dollar kosten

Russland plant für seinen Corona-Impfstoff Sputnik V im Ausland einen Preis von weniger als 20 Dollar (18.25 Franken). Je Dosis solle der Impfstoff, der in zwei Dosen verabreicht wird, weniger als zehn Dollar kosten, wie am Dienstag aus dem offiziellen Twitter-Account von Sputnik V hervorging. Für russische Staatsbürger soll die Impfung kostenlos sein. Mehr als eine Milliarde Dosen sollen im kommenden Jahr von dem Vakzin hergestellt werden.

Der internationale Marktpreis wäre damit günstiger als der des Corona-Impfstoffs der Partner BioNTech und Pfizer, der auf der neuartigen mRNA-Technologie beruht und in Europa 15.50 Euro (cirak 16.80 Franken) pro Dosis kosten soll. Er wäre aber teurer als der Impfstoff von AstraZeneca, dessen Preis in Europa bei rund 2,50 Euro (2.70 Franken) pro Dosis liegen soll.

Sputnik V: Die russische Impfstoff-Waffe gegen das Coronavirus.
Sputnik V: Die russische Impfstoff-Waffe gegen das Coronavirus.
(Keystone/Archiv)
Contes trübe Aussichten auf Weihnachten

Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte hat angesichts der Corona-Pandemie die Aussicht auf Winterferien und ein normales Weihnachten in diesem Jahr getrübt. «Es ist nicht möglich Winterferien zuzulassen, wir können uns das nicht leisten», sagte Conte im Interview mit dem Fernsehsender «La7». Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron werde an einem gemeinsamen europäischen Protokoll gearbeitet.

Kritik kam aus den Regionen. Wenn Skipisten geschlossen würden, sollte das für ganz Europa gelten, sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, im Interview mit der Zeitung «Corriere della Sera» (Dienstag).

Keine Skiferien an Weihnachten? Italiens Premier Giuseppe Conte gibt düstere Aussichten auf die Festtage von sich.
Keine Skiferien an Weihnachten? Italiens Premier Giuseppe Conte gibt düstere Aussichten auf die Festtage von sich.
Foto: Angelo Carconi (Keystone/4. November 2020)

Conte schloss im «La7»-Interview vom Montagabend Beschränkungen an Weihnachten nicht aus. Am Reisen zwischen den verschiedenen Regionen werde gearbeitet, sagte der parteilose Anführer der Mitte-Links-Regierung. Die Weihnachtszeit erfordere allerdings «Ad-Hoc-Massnahmen», erklärte er weiter. «Alle für die Weihnachtszeit typischen gesellschaftlichen Anlässe zu erlauben, ist nicht möglich.»

Selbstquarantäne und Feuerwerkverbot über die Festtage in Deutschland

Die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer haben sich auf einheitliche Kontaktregeln für Weihnachten und Silvester geeinigt. Im Zeitraum vom 23. Dezember bis 1. Januar können Treffen eines Haushalts mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden, heisst es in einem der DPA in Berlin am Dienstag vorliegenden geeinten Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel an diesem Mittwoch. Kinder bis 14 Jahren seien davon ausgenommen.

Empfohlen werde vor Weihnachtsbesuchen jedoch eine mehrtägige Selbstquarantäne. «Dies kann durch ggf. vorzuziehende Weihnachtsschulferien ab dem 19.12.2020 unterstützt werden», heisst es in der Beschlussvorlage.

Damit solle die Gefahr von Corona-Infektionen im Umfeld der Feierlichkeiten so gering wie möglich gehalten werden. Um Unterstützung bei Feiertagslösungen werden auch die Arbeitgeber gebeten. Diese sollten prüfen, ob die Unternehmen entweder durch Betriebsferien oder grosszügige Homeoffice-Lösung vom 23. Dezember bis 1. Januar geschlossen werden könnten.

Spezielle Weihnachten im Jahr 2020: Ein Geschäft in Berlin macht auf den Abstand aufmerksam.
Spezielle Weihnachten im Jahr 2020: Ein Geschäft in Berlin macht auf den Abstand aufmerksam.
Foto: Kira Hofmann (Keystone/27. Oktober 2020)

Die Ausnahmen für Weihnachten und Silvester sollen demnach auch von strengen Kontaktregeln um die Feiertage herum gestützt werden. «Private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, jedoch in jedem Falle auf maximal fünf Personen zu beschränken», heisst es mit Blick auf mögliche Beschränkungen ab dem 1. Dezember. Auch hiervon sollen Kinder bis 14 Jahre ausgenommen werden.

Zudem soll nach dem Willen der Länder Silvesterfeuerwerk in Deutschland auf belebten öffentlichen Plätzen und Strassen untersagt werden, um grössere Gruppenbildungen zu vermeiden. «Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Strassen», heisst es in dem Entwurf. Grundsätzlich wird «empfohlen», zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten – ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

Über 169'000 Neuinfizierte in den USA

In den USA breitet sich die Pandemie weiter rasant aus. Am Montag meldeten die Behörden binnen eines Tages 169'190 nachgewiesene Neuinfektionen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Dienstagmorgen hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es rund 160'000 gewesen. Am Freitag war mit rund 196'000 Neuinfektionen der bislang höchste Wert registriert worden.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden belief sich am Montag auf 889. In der Woche zuvor waren es am gleichen Tag 758. Erstmals seit Anfang Mai war am Donnerstag mit 2015 neuen Todesfällen wieder die 2000er-Marke überschritten worden. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2609 Toten erreicht.

Vor dem Abflug ein Corona-Test: Szene im Flughafen von Los Angeles.
Vor dem Abflug ein Corona-Test: Szene im Flughafen von Los Angeles.
Foto: Jae C. Hong (AP/Keystone/23. November 2020)

Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 12,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit Beginn der Pandemie starben mehr als 257'000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Papst kritisiert Proteste gegen Massnahmen

Papst Franziskus kritisiert in einem neuen Buch die Proteste gegen die staatlichen Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die von den Regierungen zum Schutz der Bevölkerung angeordneten Einschränkungen seien von einigen Gruppen fälschlicherweise als politischer Angriff auf ihre persönliche Freiheit betrachtet worden, schreibt der Papst in dem Buch «Wage zu träumen!»

Zudem übte er Kritik an Demonstranten, welche die Maskenpflicht als ungerechtfertigte Zumutung anprangerten und warf ihnen vor, sich nicht in gleichem Mass gegen gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Kinderarmut einzusetzen. «Gegen so etwas würden sie nie protestieren; sie sind unfähig, sich ausserhalb ihrer kleinen Welt der Interessen zu bewegen», konstatiert Franziskus.

Papst Franziskus übt in seinem Buch Kritik an den Corona-Verweigerern.
PAPST, BESUCH, PAPSTBESUCH,
Papst Franziskus übt in seinem Buch Kritik an den Corona-Verweigerern.
Foto: Keystone/Reuters (Archiv)
Teil-Lockdown in Deutschland

Um die Corona-Pandemie einzudämmen, wird der Teil-Lockdown in Deutschland voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten verlängert. Die Ministerpräsidenten der Länder einigten sich am Montagabend darauf, dass die bislang bis Ende November befristen Massnahmen zunächst bis zum 20. Dezember fortgeführt werden sollen, wie die Deutsche Presse-Agentur von Teilnehmern erfuhr. Eine endgültige Entscheidung soll bei Beratungen der Ländervertreter mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch fallen.

Bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns blieben Gastronomiebetriebe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen, die seit Anfang November dicht sind, weiter geschlossen. Zudem würden weiter strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Die Massnahmen sollen dafür sorgen, die Zahl der Neuinfektionen deutlich zu reduzieren.

Im Gespräch waren zudem schärfere Kontaktbeschränkungen für private Treffen und eine erweiterte Maskenpflicht an Schulen. Unklar blieb, ob die Anti-Corona-Massnahmen ab 20. Dezember immer um jeweils 14 Tage verlängert werden sollen, wenn das Infektionsgeschehen nicht deutlich abnimmt – oder ob Mitte Dezember über den Kurs erneut beraten wird. Offen blieb auch, ob es Ausnahmen für Gebiete mit niedrigen Infektionszahlen geben wird – als Kriterium ist die Rede von weniger als 35 oder weniger als 50 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen und einer sinkenden Tendenz.

Schweden verlässt den Sonderweg

Mit dem Inkrafttreten von strengeren Vorschriften verlässt Schweden am Dienstag seinen Corona-Sonderweg. Erstmals gelten nun Auflagen für Treffen in der Öffentlichkeit, nur noch acht Menschen dürfen zusammenkommen.

Bisher durften sich je nach Anlass 50 bis 300 Menschen treffen. Schulen und Restaurants sollen laut der Regierungsanordnung weiter geöffnet bleiben. Betreiber von Restaurants müssen allerdings darauf achten, dass pro Tisch nicht mehr als acht Gäste Platz nehmen.

Schweden ging seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den schwedischen Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden.

Dennoch verzichtete die Regierung bisher auf das Verhängen von Einschränkungen. Stattdessen sprach sie lediglich Empfehlungen für die Bürger aus. Die nun erstmals verhängten Einschränkungen gelten allerdings nicht für Treffen in privaten Wohnungen. Der Regierung fehlt die Befugnis, um dafür Vorschriften zu machen.

WHO warnt vor Lockerungen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor Lockerungen von Corona-Restriktionen über Weihnachten, wenn Behörden das Infektionsgeschehen nicht voll unter Kontrolle haben. «Wenn sich Menschen untereinander anstecken und wenn ein Land nicht die nötige Infrastruktur hat, um Fälle zu verfolgen und Kontakte zu isolieren und in Quarantäne zu schicken, dann wird eine Lockerung zu stärkeren Ansteckungen führen», sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Montagabend in Genf.

Regierungen müssten sich im Klaren sein, dass sie nur Risiken abwägen könnten. Eine wissenschaftliche Formel, welche Lockerungen vertretbar oder wie viele Feiertage ohne grössere Auflagen sicher seien gebe es nicht. «Es gibt nur ein höheres und niedrigeres Risiko, dass die Situation sich bessert oder verschlimmert», sagte er. Regierungen müssten die Risiken einer stärkeren Ausbreitung des Virus mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken der Beibehaltung von Beschränkungen abwägen. Wenn Menschen sich über die Feiertage nicht treffen dürften, entstehe eine grosse Frustration, eine Corona- Müdigkeit und womöglich Widerstand gegen die Massnahmen, räumte er ein.

Qantas will Impfpflicht für Flugreisende

Aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung des Coronavirus will Australiens nationale Fluggesellschaft Qantas eine Impfpflicht für ihre Passagiere einführen.

Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, würden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Airline entsprechend angepasst, sagte Qantas-Chef Alan Joyce dem australischen Sender Nine News am Montag.

Reuters

Während man über das weitere Vorgehen bei Inlandflügen noch nicht entschieden habe, sei die Situation bei Interkontinentalverbindungen klar: «Wir werden von internationalen Reisenden verlangen, dass sie geimpft sind, bevor wir sie an Bord lassen.»

Joyce geht nach eigenen Worten davon aus, dass seine Fluggesellschaft damit nicht alleine steht – sondern weltweit ähnliche Regeln eingeführt werden. «Ich glaube, das wird eine normale Sache sein, nach Gesprächen mit meinen Kollegen von anderen Airlines zu urteilen.»

Frankreich meldet weniger als 5000 Neuinfektionen pro Tag

Erstmals seit Wochen haben die Gesundheitsbehörden Frankreichs weniger als 5000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Es seien rund 4450 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden am Montagabend mit. Zu Beginn der Woche sind die Zahlen in der Vergangenheit zwar immer niedriger gewesen. Dennoch ist das der niedrigste Wert seit Ende September. Auch die Quote positiver Tests geht in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern weiter zurück und liegt bei gut 13 Prozent.

Gleichzeitig wurden 500 Corona-Tote innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern gemeldet – ein vergleichsweise hoher Wert. Die Corona-Lage verbessert sich allerdings seit einiger Zeit in Frankreich – die Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der zweiten Welle überschritten ist. Zeitweise wurden im Herbst um die 60 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Vor einigen Wochen hatte es allerdings eine Datenpanne gegeben, weswegen möglicherweise nicht alle gemeldeten Werte immer korrekt waren.

Frankreich testet zahlreich – in den Apotheken gibt es auch Antigen-Schnelltests ohne Termin. Das Ergebnis gibt es innerhalb von 15 bis 30 Minuten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Dienstagabend eine TV-Ansprache halten. Es wird erwartet, dass vorsichtige Lockerungen der sehr strengen Ausgangsbeschränkungen angekündigt werden. So gehen Beobachter davon aus, dass der Einzelhandel im Land bald wieder öffnen könnte.

Das Land war von der ersten und zweiten Welle heftig getroffen worden. Seit Beginn der Epidemie sind fast 50'000 Menschen im Zusammenhang mit Corona in Frankreich gestorben.

US-Behörden melden fast 148.000 neue Fälle

19.37 Uhr – Die US-Seuchenschutzzentren CDC melden 147'840 Neuinfektionen und 882 weitere Todesfälle. Damit sind laut den CDC in den Vereinigten Staaten insgesamt fast 12,2 Millionen Ansteckungen und knapp 256'000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Die CDC-Zahlen können von den Statistiken der einzelnen Bundesstaaten abweichen.

England kehrt nach Teil-Lockdown zu Corona-Warnstufen-System zurück

England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück. «Wir werden zu einem regionalen Ansatz mit verschiedenen Stufen zurückkehren – und dort die strengsten Massnahmen einführen, wo Covid am präsentesten ist», sagte der britische Premier Boris Johnson am Montag in einer virtuellen Ansprache an das Londoner Parlament. Dabei sollen die Massnahmen gegenüber den vor dem Teil-Lockdown geltenden Stufen verschärft werden.

Welche Regionen in welche der drei Risikostufen – mittel, hoch oder sehr hoch – eingruppiert würden, soll im Laufe der Woche bekanntgegeben werden. Es müssten allerdings zunächst mehr Regionen in eine höhere Stufe eingeordnet werden, hiess es bereits.

Während des Lockdown waren die Strassen Londons wie leergefegt. (23. November 2020)
Während des Lockdown waren die Strassen Londons wie leergefegt. (23. November 2020)
Keystone

Die Gastronomie darf unter bestimmten Auflagen ab dem 3. Dezember in Regionen mit niedrigeren Stufen wieder öffnen. Gleiches gilt für nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure. Bei Sportevents sollen je nach Risikostufe sogar bis zu 4000 Zuschauer zugelassen werden. Bis dahin gilt in England noch ein Teil-Lockdown mit sehr strikten Kontaktbeschränkungen und weitgehend geschlossenen Geschäften. Schulen und Universitäten sind hingegen geöffnet.

Über Weihnachten sollen für wenige Tage auch Treffen mit den Angehörigen mehrerer Haushalte erlaubt sein. Dabei will Johnson, der nur über England verfügen kann, abgestimmte Massnahmen mit Wales, Schottland und Nordirland vereinbaren. Mit Massentests und Impfungen hofft er, in den kommenden Monaten die Pandemie in den Griff zu bekommen. In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Corona-Fälle pro 100 000 Einwohnern in Grossbritannien bei 238.

Über 50'000 Corona-Tote in Italien

In Italien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 50'000 überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag verzeichneten die Behörden binnen 24 Stunden 630 Tote mit Sars-CoV-2. Demnach starben bislang knapp 50'500 Menschen mit dem Virus. Zugleich sank die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages auf rund 23 000. Da am Wochenende weniger Testkapazitäten zur Verfügung stehen, fällt dieser Wert am Montag oft geringer aus. Verglichen mit dem Montag der Vorwoche (knapp 27 400) lagen die Zahlen allerdings deutlich darunter. Insgesamt wurden bisher etwa 1,432 Millionen Corona-Fälle in Italien registriert.

Neben der Hoffnung auf Impfstoffe hatte in dem Land mit 60 Millionen Einwohner zuletzt auch der Reproduktionswert für Optimismus gesorgt. Nach dem jüngsten Lagebericht des Ministeriums vom Freitag sank der sogenannte R-Wert auf rund 1,2. In den Wochen zuvor hatte die Zahl im Schnitt bei 1,4 und davor bei 1,7 gelegen. Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt. Sinkt er unter 1, gibt es immer weniger Neuinfektionen, die Epidemie läuft also aus.

WHO-Chef hält ein Ende der Pandemie für möglich

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hält nach den jüngsten Meldungen zur Wirkung der neuen Corona-Impfstoffe ein Ende der Corona-Pandemie für möglich. «Mit den jüngsten positiven Angaben aus den Impftestreihen wird das Licht am Ende dieses langen, dunklen Tunnels heller», sagte Tedros am Montag in Genf. «Es gibt jetzt eine reale Hoffnung, dass Impfstoffe – zusammen mit den bewährten Massnahmen öffentlicher Gesundheit – helfen werden, die Covid-19-Pandemie zu beenden.»

Covid-19 ist die Krankheit, die durch das Virus ausgelöst werden kann. Zu den Massnahmen der öffentlichen Gesundheit gehört unter anderem: Abstand bei der Begegnung mit anderen halten, Hände waschen, Infizierte isolieren und mögliche Kontaktpersonen unter Quarantäne stellen.

Tedros mit Nationalratspräsidentin Isabelle Moret in Genf. (15. Oktober 2020)
Tedros mit Nationalratspräsidentin Isabelle Moret in Genf. (15. Oktober 2020)
Keystone

Tedros appellierte an die wohlhabenden Länder, mehr Geld für die Unterstützung ärmerer Länder bereitzustellen. «Dies ist kein Akt der Wohltätigkeit», sagte Tedros. «Es ist der schnellste und smarteste Weg, um die Covid-19-Pandemie zu beenden und die Weltwirtschaft wieder anzukurbeln.» Das dafür aufgelegte Programm der WHO, der ACT-Accelerator, brauche sofort 4,3 Milliarden Dollar für die Beschaffung und Auslieferung grosser Mengen von Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Weitere 23,8 Milliarden Dollar seien im kommenden Jahr nötig.

Fälle in Deutschland verharren auf hohem Niveau

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf hohem Niveau.

10'864 neue Fälle haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden gemeldet, wie das RKI – die Bundesbehörde für Infektionskrankheiten – am Montagmorgen bekanntgab. Das sind zwar im Vergleich zu anderen Wochentagen erwartungsgemäss wenige, weil nach Angaben des RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Im Vergleich zu Montag vor einer Woche (10'824) blieb die Zahl aber fast gleich.

Im Oktober und Anfang November war die Zahl der gemeldeten Corona-Neuansteckungen in Deutschland rasant gestiegen. Nun hat sich der Wert seit etwa zwei Wochen auf hohem Niveau eingependelt. Der nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns erhoffte Rückgang ist bislang nicht klar zu erkennen.

Eine deutsche Krankenschwester behandelt einen Covid-19-Patienten in Berlin.
Eine deutsche Krankenschwester behandelt einen Covid-19-Patienten in Berlin.
Foto: Jens Büttner (DPA/Keystone)

Für die für Mittwoch geplanten Beratungen von Regierung und Bundesländern deuten sich dementsprechend eher eine Verlängerung und zum Teil auch Verschärfungen der Massnahmen an. Seit Anfang November gilt in Deutschland ein Teil-Lockdown, Kneipen und Restaurants sind geschlossen, Kultur-und Freizeitangebote ebenso.

Zahl der Neuinfizierten sinkt in Österreich

In Österreich sinkt die Zahl der Neuinfektionen zu Beginn der zweiten Lockdown-Woche. Dem Innenministerium zufolge wurden binnen 24 Stunden 3145 neue Positiv-Tests gezählt. Am Vortag waren es über 5000 neue Fälle. Am Montag fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, da am Wochenende weniger Daten übermittelt werden.

Derzeit werden 4548 Personen im Zusammenhang mit Covid-19 im Krankenhaus behandelt, 685 davon auf Intensivstationen. In Österreich sind bisher 2459 Menschen an den Folgen des Virus verstorben. Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht erste positive Anzeichen: «Wir merken in ersten Ansätzen, dass es langsam zu wirken beginnt». Das Land hatte das öffentliche Leben vor sieben Tagen erneut auf Minimalbetrieb zurückgefahren. Der zweite harte Lockdown gilt vorerst bis zum 6. Dezember.

Leere Sitze vor einem sonst viel besuchten Café in der Wiener Innenstadt.
Leere Sitze vor einem sonst viel besuchten Café in der Wiener Innenstadt.
Foto: Helmut Fohringer (APA/Keystone/19. November 2020)
Unicef will zwei Milliarden Impfdosen in arme Länder schicken

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will das UNO-Kinderhilfswerk Unicef zwei Milliarden Impfdosen in insgesamt 92 einkommensschwächere Länder liefern.

Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits, teilte Unicef am Montag mit. Auch eine Milliarde Spritzen sollen verschickt werden.

«Während die Arbeit an der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen weitergeht, verstärkt Unicef die Anstrengungen mit Fluggesellschaften, Frachtunternehmen, Schifffahrtslinien und anderen logistischen Vereinigungen, lebensrettende Impfstoffe so schnell und sicher wie möglich zu liefern», sagte die Direktorin der Unicef-Versorgungsabteilung, Etleva Kadilli.

«Grösste und schnellste jemals unternommene Operation»

Damit solle ausreichende Transportkapazität für diese «historische Mammutaufgabe» gesichert werden. «Es wird erwartet, dass die Beschaffung, Lieferung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen die grösste und schnellste jemals unternommene Operation sein wird», erklärte Unicef.

Vorige Woche habe Unicef gemeinsam mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und der Internationalen Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) bereits mit grossen Fluggesellschaften über die Kapazitätsanforderungen gesprochen. Seit Januar habe Unicef im Kampf gegen die Pandemie rund um die Welt schon Materialien wie Masken, Kittel, Sauerstoffgeräte und Tests im Wert von 190 Millionen US-Dollar (rund 160 Mio. Euro) geliefert.

sda/reuters/red

2678 Kommentare
    jürg j.w.

    Italiens Ministerpräsident Guiseppe Conte hat angesichts der Corona-Pandemie die Aussicht auf Winterferien und ein normales Weihnachten in diesem Jahr getrübt. «Es ist nicht möglich Winterferien zuzulassen, wir können uns das nicht leisten» Wäre doch sinnvoll aber auch kaum durchführbar.