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Affäre CryptoleaksCrypto International: Eigentümer gründen neue Firma

Am 3. Juli meldete das Zuger Unternehmen eine Massenkündigung an. Nun hat es sich neu im Handelsregister eintragen lassen.

Technisches Hilfsmittel für Spionage: Die mechanische Rotor-Chiffriermaschine CX-52, die sich im Schweizerische Nationalmuseum in Zürich befindet.
Technisches Hilfsmittel für Spionage: Die mechanische Rotor-Chiffriermaschine CX-52, die sich im Schweizerische Nationalmuseum in Zürich befindet.
Foto: Ennia Leanza (Keystone/Archiv)

Einen Tag nach der Entlassungsankündigung für praktisch die ganze Belegschaft hat die Zuger Crypto International AG die neue Firma Asperiq AG ins Handelsregister eintragen lassen. Deren Verwaltungsrat ist identisch mit dem Besitzerehepaar der Crypto International.

Verwaltungsräte sind Andreas und Emma Linde, wie Radio und Fernsehen SRF am Freitag auf ihrer Internetseite bekannt machten und sich durch Augenschein im Handelsregister bestätigen lässt. Das Managementteam besteht aus vier Personen.

Gemäss Handelsregister ist der Firmenzweck die Herstellung von Gütern der Telekommunikation und der Unterhaltungselektronik. Zu den Besitzverhältnissen und den Beteiligungen lagen im Register keine Angaben vor.

Führende Spezialisten betroffen

Am 3. August hatte Crypto International eine Massenkündigung angemeldet. 83 von 85 Mitarbeitern sollten entlassen werden. Ein Konsultationsverfahren wurde eröffnet. Betroffen sind vorwiegend weltweit führende Spezialisten im Bereich der Cyber Security.

Die Entlassungen erfolgen den Unternehmensangaben zufolge, weil der Bundesrat dem Nachfolgeunternehmen der Crypto AG keine Ausfuhrbewilligung erteilen wolle. Die Crypto AG war lange in Besitz von US- und deutschen Geheimdiensten. Die von ihr hergestellten Chiffriergeräte waren so manipuliert, dass Geheimdienste die Kommunikation mitverfolgen konnten.

SDA/fal