Das GA ist für Pendler zu günstig

Wer viel Zug fährt und damit höhere Kosten verursacht, soll auch mehr bezahlen. Das wäre nur fair.

Es ist richtig, dass das Generalabonnement teurer wird. Gewiss: Ein Aufschlag von bis zu 18 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren ist einschneidend. Doch die Wahrheit ist: Das GA ist für Vielfahrer viel zu günstig. Gerade Pendler schlagen es schnell heraus.

Als Beispiel: Ich selber zahle ab der 30. Woche eines Jahres nichts mehr für meinen Arbeitsweg. Das heisst, ich fahre fast das halbe Jahr gratis. Damit bin ich nicht allein.

Das GA ist jedoch nicht nur zu günstig. Es ist auch unfair, dass alle Abonnenten den gleichen Preis zahlen – unabhängig davon, wie viel Zug sie fahren. Besser wäre ein System, das kostengerechter abrechnet. Das Generalabonnement, die heilige Kuh, müsste dazu geopfert werden. Wer viel fährt und damit höhere Kosten verursacht, soll auch mehr bezahlen. Das wäre nur fair.

Eine Aufteilung in verschiedene Preis- oder Streckenklassen ist jedoch unrealistisch, da kompliziert und teuer. Sie würde bedingen, dass die Bahnen hohe Summen in neue Abrechnungssysteme investieren, etwa solche, bei denen über GPS und Handy kontrolliert wird, wer wie viele Kilometer fährt. Gerade die kleinen Bahnen können sich das kaum leisten. Abgestufte Preise würden auch das Erfolgsmodell – ein Ticket für alle Bahnen in der Schweiz – ins Wanken bringen. Ein Systemwechsel würde also schmerzhaft, für die Pendler und die Bahnen.

Weiterwursteln ist keine Lösung

Letztlich bleiben nur zwei Varianten: Wenn die Politik zulässt, dass die Bahnen die Preise für das GA laufend erhöhen, werden sich viele Kunden überlegen, aufs Auto umzusteigen. Will das die Politik verhindern, muss sie bereit sein, den umweltfreundlicheren öffentlichen Verkehr mit noch mehr Subventionen zu unterstützen – oder die Preise fürs Autofahren erhöhen.

Die Politik muss sagen, was sie will. Weiterwursteln, wie es heute gemacht wird, mit fast jährlichen Preiserhöhungen, kann nicht die Lösung sein.

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