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GGR MuriDas Parlament schluckt die bittere Pille

Der neue direkte Weg zur Kirche kann gebaut werden – trotz happiger Mehrkosten.

Für den Weg zur Kirche wird ein schmaler Streifen des Schlossareals abparzelliert. 
.Foto: Urs Baumann

1,7 Millionen statt 980’000 Franken: Dass die Gemeinde Muri an die Korrektion der Thunstrasse im Bereich von Schloss und Kirche fast doppelt so viel zahlen muss als im vergangenen Jahr in zwei Tranchen bewilligt, gab am Dienstagabend im Parlament zu reden. Trotzdem schluckten die Politikerinnen und Politiker am Schluss die bittere Pille und bewilligten die notwendigen Nachkredite von insgesamt rund 700000 Franken in ebenfalls zwei Schritten klar. Mit 29 bzw. 28 Ja-Stimmen bei 3 bzw. 4 Enthaltungen, Nein-Stimmen gab es beide Male keine.

Am kritischsten äusserte sich das Forum. Es rechnete vor, dass die Gemeinde für so viel Geld genauso gut 20 Jahre lang das Mütterzentrum, 45 Jahre lang zwei Publibike-Stationen oder ein Jahr lang die Ferienbetreuung für die Kinder finanzieren könnte. Und warf die Frage in den Raum, warum eigentlich keine Alternativen gesucht worden seien. Eine andere Variante ohne den geplanten teuren Neubau der historischen Schloss- und Kirchenmauer wäre unter Umständen günstiger zu stehen gekommen.

«Die Schloss- und Kirchenmauer ist für den Laien in erster Linie einfach eine Mauer.»

Die Grünen hatten keine Freude an den Mehrkosten

Die Grünen bekundeten vor allem Mühe mit der von der Denkmalpflege so vorgeschriebenen Sandsteinverkleidung, da «die Schloss- und Kirchenmauer für den Laien in erster Linie eine Mauer ist». Weil der Gemeinderat aber keine Fehler gemacht habe (FDP) und ein Nein zudem nur Verlierer gäbe (SVP), mochte trotzdem niemand richtig gegen den höheren Gemeindeanteil sein.

Zumal so, wie die SP betonte, auch ein altes Anliegen der Bevölkerung in Erfüllung geht: Gleichzeitig mit der Strassenkorrektion wird auch der seit Jahrenverlangte direkte Weg vom Dorfzentrum zur Kirche gebaut. Dafür wird entlang der Thunstrasse vom Schlossareal ein schmaler Streifen abparzelliert.

Auch der Kanton muss übrigens mit Mehrkosten rechnen. Zahlen dazu nannte die Gemeinde Muri nie. Ursprünglich war das Vorhaben auf total 2,5 Millionen Franken veranschlagt.