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Hoffnungsträger RemdesivirTeures Corona-Medikament ist offenbar wirkungslos

Weltweit haben sich Länder mit viel Geld Dosen des Hoffnungsträgers Remdesivir gesichert. Doch nun häufen sich die Hinweise, dass das antivirale Medikament nichts bringt. Mehrere Schweizer Spitäler verzichten bereits darauf.

Zwei Ampullen mit Remdesivir: In der Schweiz wurden seit dem Sommer rund 2800 Personen damit behandelt.
Zwei Ampullen mit Remdesivir: In der Schweiz wurden seit dem Sommer rund 2800 Personen damit behandelt.
Foto: Ulrich Perrey (Reuters)

Vom aussichtsreichen Kandidaten zum einzigen Hoffnungsträger zum Medikament mit fraglicher Wirkung: Das Schicksal praktisch aller Therapien gegen Covid-19 hat nun mit einiger Verzögerung auch Remdesivir erreicht. Damit bleibt letztlich nur noch eine einzige Substanz mit nachgewiesener Wirkung: das entzündungshemmende Steroid Dexamethason.

Vorletzte Woche war das Mittel Remdesivir, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, zuletzt in die Schlagzeilen geraten. Am 20. November hatte die Leitliniengruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Einsatz von Remdesivir bei Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung und unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung abgeraten. Die jetzige Datenlage deute auf keinen wichtigen Effekt für die Gesundheit der damit behandelten Patienten hin. Die Einschätzung kommt spät: Weltweit haben Länder bereits grosse Mengen des Medikaments gekauft und Patienten verabreicht. In der Schweiz erhielten gemäss Schätzungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) seit dem Sommer 30 Prozent aller hospitalisierten Covid-19-Patienten das antivirale Medikament, rund 2800 Personen.

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