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Analyse zum Bürgerlichen DebakelDer Stadtberner FDP steht ein Richtungsstreit bevor

Nach dem Wahldebakel stellt sich für die Stadtberner FDP die Frage, ob sie einen progressiveren, konstruktiveren und grüneren Kurs einschlagen soll, um politisch relevant zu bleiben.

Mit alten FDP-Rezepten gescheitert: Parteipräsident Christoph Zimmerli (rechts) und Gemeinderatskandidat Bernhard Eicher bei der Bekanntgabe von dessen Kandidatur.
Mit alten FDP-Rezepten gescheitert: Parteipräsident Christoph Zimmerli (rechts) und Gemeinderatskandidat Bernhard Eicher bei der Bekanntgabe von dessen Kandidatur.
Foto: Adrian Moser

16,7 Prozent. So viele Wählerstimmen hätte das bürgerliche Bündnis holen müssen, um sich einen Sitz im Berner Gemeinderat zu sichern. Und so viele Stimmen hätten FDP und SVP auch holen sollen – zumindest angesichts der 22 Prozent, die sie bei den letzten Berner Wahlen 2016 gemeinsam erreicht hätten. Stattdessen wurden es nur 15 Prozent, der Gemeinderatssitz blieb ausser Reichweite – ein beispielloses Debakel.

Zählt man den Sitzverlust der FDP/JF-Fraktion im Stadtrat hinzu, wird klar: Die Grünliberalen, die grössten Sieger des Wahlsonntags, haben die FDP definitiv als führende Stimme in der bürgerlichen Opposition abgelöst. Spätestens in vier Jahren, wenn CVP-Gemeinderat Reto Nause abtritt, wird die GLP im Mittebündnis die treibende Kraft sein – und damit für viele bürgerliche Nachwuchstalente die attraktivere Alternative zur FDP. Für diese hingegen stellt sich nach der Wahl vom Sonntag die Frage: Kann sie in der Gunst der Stadtberner Stimmberechtigten gar noch tiefer sinken?

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