Die Ehe – exklusiv für Frau und Mann

Die Zürcher Sektion der EDU sieht das Grundrecht auf Ehe zunehmend gefährdet. Sie lanciert eine kantonale Volksinitiative, um den Begriff im traditionellen Sinn zu schützen.

Für solche Formen des Zusammenlebens soll der Begriff der Ehe nicht verwendet werden: Schwules Paar in Grossbritannien bei der Hochzeit.

Für solche Formen des Zusammenlebens soll der Begriff der Ehe nicht verwendet werden: Schwules Paar in Grossbritannien bei der Hochzeit.

(Bild: Keystone Matt Dunham)

Für die Vertreter der EDU ist klar: Der Begriff «Ehe» steht für das Zusammenleben von einer Frau und einem Mann. Die Ehe ist auf Dauer angelegt und gesetzlich geregelt. Doch der Begriff droht sich in den Augen der EDU, die sich auf christliche Werte stützt, zunehmend zu verwässern. Er werde heute auch für davon abweichende Formen des Zusammenlebens verwendet und anderen Familienformen wie dem Konkubinat gleichgestellt. Kantonsrat Heinz Kyburz sagt: «Die ursprüngliche Form der Ehe, ein exklusives Grundrecht zwischen Frau und Mann, wird abgewertet und muss geschützt werden.»

Die EDU lanciert daher die kantonale Volksinitiative «Schutz der Ehe». Ziel ist es, die Definition der Ehe in der Verfassung des Kantons Zürich festzuschreiben. Und dies, bevor auf Bundesebene eine Gesetzesvorlage zur Öffnung der Ehe erarbeitet wird. Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) hat nämlich im Frühjahr die Diskussion um die Ehe mit einem Gutachten der Uni Basel angeheizt. Darin steht, dass die Ehe für Homosexuelle, Halbgeschwister und mehrere Partner möglich sei.

EDU-Kantonsrat und Parteipräsident Hans Egli sagt: «Dieses Gutachten können wir so nicht hinnehmen.» Das Zürcher Stimmvolk solle entscheiden, wofür der Begriff «Ehe» stehen soll. Die EDU erhofft sich bei einem Ja zu ihrer Initiative im Kanton Zürich eine schweizweite Signalwirkung.

«Die Ehe gibt Kindern mehr Sicherheit»

Für die EDU ist die traditionelle Ehe essenziell für den Staat und die Gesellschaft, für Erwachsene wie auch für Kinder. Schliesslich verpflichteten sich die Ehepartner zu gegenseitiger Treue, das Wohl der Gemeinschaft zu wahren und für die Kinder gemeinsam zu sorgen. Egli sagt: «Verheiratete Eltern ermöglichen ihren Kindern grundsätzlich einen guten Start ins Leben.»

Das EDU-Mitglied Nadine Dubs, eine dreifache Mutter, unterstrich das heute bei der Lancierung der Initiative: Die verbindliche Unterschrift auf dem Trauschein gebe Sicherheit und Geborgenheit für ihre Kinder in einer schnelllebigen Gesellschaft. Eltern im Konkubinat seien sich ethisch-moralisch nicht gleich verpflichtet wie Ehepartner, ihre Beziehung sei mehr geprägt von individuellen Freiheiten als von Treue, was Kinder entsprechend in Gefahr bringen könnte. Und um das Argument zu untermauern, führt Dubs zwei Beispiele aus ihrem Umfeld an von Kindern getrennt lebender Eltern, die Verhaltensauffälligkeiten gezeigt hätten.

Abgrenzung von CVP-Initiative

Dieselbe explizite Definition der Ehe wie die EDU verlangt auch die CVP-Volksinitiative «Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe». Diese sieht vor, dass die Ehe gegenüber anderen Lebenformen steuerlich nicht benachteiligt wird. Da eine Mehrheit des Parlaments sich für einen Gegenvorschlag ausgesprochen hat, der auf eine Definition verzichtet, sieht sich die EDU zusätzlich bestärkt, ihre Initiative zu lancieren.

Die Initianten wollen aber nicht den Eindruck erwecken, alle unverheirateten Paare zur Ehe bewegen zu wollen. Kantonsrat Michael Welz sagt: «Wir treten nicht gegen etwas, sondern für etwas ein. Uns geht es um den Labelschutz der Ehe.»

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