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«Die Erben werden bereit sein»

Hans Pum, Alpin-Direktor im Österreichischen Skiverband, spricht über die Bedeutung der Nationenwertung, über die Ausnahmetalente Marcel Hirscher und Lara Gut sowie über die älter und rarer werdenden ÖSV-Siegfahrer.

Österreich ist im alpinen Skisport seit der Saison 1989/1990 ununterbrochen die Nummer 1. Wie ist diese Dominanz zu erklären?

Hans Pum: Primär durch Kontinuität in den Betreuerstäben und die breiten Nachwuchskader. Diese bescheren uns kompakte Nationalteams – bei den Männern wie bei den Frauen.

Welche Bedeutung hat der Nationencup in Österreich?

Er ist nur ein Thema, wenn wir ihn nicht gewinnen. Ich freue mich jedes Jahr über den Sieg, für viele ist er jedoch zur Selbstverständlichkeit geworden.

In der Schweiz rechnet man damit, in drei, vier Jahren die Spitzenposition zurückzuerobern.

Derartige Gedanken sind gut für unseren Sport. Wir sind jedoch bestrebt, die Nummer 1 zu bleiben – und verfügen dazu auch über die nötige Basis.

Die Siegfahrer werden älter und rarer. Was geschieht, wenn die über 30-jährigen Aushängeschilder Raich, Walchhofer, Maier und Herbst zurücktreten?

Die Erben werden rechtzeitig bereit sein. In Adelboden war der beste der Jungen ein Österreicher, und der ist mit 19 Jahren erst noch deutlich jünger als die jungen Schweizer.

Sie meinen den Slalomspezialisten Marcel Hirscher. Was trauen Sie ihm zu?

Alles. Er arbeitet konsequent, sehr zielstrebig – wie alle aussergewöhnlich Begabten. In meinen Augen ist er kein Slalomspezialist; er wird sich in den nächsten Jahren zum Allrounder entwickeln.

In der Schweiz wird der 17-jährigen Lara Gut alles zugetraut. Wie beurteilen Sie ihre Aussichten?

Sie ist ein Ausnahmetalent. Kein Verband kann solche Sportlerinnen ausbilden. Sie kommen einfach, nicht regelmässig, aber immer wieder. Ich vergleiche Lara mit Annemarie Moser-Pröll und Petra Kronberger, auch sie waren Ausnahmeerscheinungen.

Lara Gut ist privat unterwegs. Gibt es bei Ihnen ähnliche Fälle?

Nein. Innerhalb unserer Strukturen gibt es genügend Platz für individuelle Lösungen.

Was halten Sie von Lösungen à la Lara Gut?

Andere machen das, wir machen das nicht. Wirklich allein ist sowieso niemand unterwegs, selbst Bode Miller schliesst sich immer wieder andern Teams an. Auch Individualisten benötigen Vergleichswerte.

Österreichs Skispringer scheinen die Alpinen zu überflügeln – nicht nur resultatmässig, sondern auch bezüglich Popularität.

Diese Rivalität ist ein Produkt der Medien. Wir sind ein Verband, jeder mag dem andern den Erfolg gönnen. Die Skispringer sind super Typen, nette Jungs, die an der Tournee und auf der Flugschanze am Kulm das eigene Publikum begeisterten. Ich bin glücklich, dass Wolfgang Loitzl ins Rampenlicht gesprungen ist. Für eine Sportart ist es nicht gut, wenn sie von 17-Jährigen dominiert wird.

In zwei Wochen beginnt die alpine Weltmeisterschaft. Mit welchen Gefühlen blicken Sie Richtung Val d’Isère?

Ich freue mich darauf. Die Strecken sind technisch anspruchsvoll. Das kommt uns entgegen.

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