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Zum Abbruch der Unihockey-Saison«Die Gesundheit hat Priorität»

Der Abbruch der Unihockey-Meisterschaft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ist Tatsache. Spielerinnen und Funktionäre haben diesen Entscheid erwartet und können ihn nachvollziehen. Schmerzen tut er trotzdem.

Simone Wyss (rechts) von den Wizards Bern Burgdorf bedauert den Abbruch der Saison mit einem emotionalen Post auf Facebook. Nun will sie entgegen ihren ursprünglichen Plänen eine weitere Saison mit den Emmentalerinnen anhängen.
Simone Wyss (rechts) von den Wizards Bern Burgdorf bedauert den Abbruch der Saison mit einem emotionalen Post auf Facebook. Nun will sie entgegen ihren ursprünglichen Plänen eine weitere Saison mit den Emmentalerinnen anhängen.
Damian Keller

«Manchmal liegen Dinge nicht in unserer Macht. Es sollte meine letzte und beste Saison werden, aber sie endete viel zu schnell. Doch wir müssen uns bewusst sein, dass es sich nur um Sport handelt. Unsere Gesundheit sollte immer unsere Hauptpriorität sein.»

Die berührende Nachricht der Unihockeyspielerin Simone Wyss auf Facebook bringt die derzeit vorherrschenden Gefühle vieler Sportlerinnen und Sportler auf den Punkt. Die Enttäuschung über das abrupte Ende einer Saison, in der man sich so viel ausgemalt und von einem Pokal geträumt hatte, schmerzt und macht traurig. Aber es gibt im Leben wichtigeres als Sport.

«Auch wenn es sich so abgezeichnet hatte, war der Entscheid trotzdem ein harter Schlag», sagt Wyss. Mit ihrem Team, den Wizards Bern Burgdorf, hatte sich die zweitbeste Skorerin der Nationalliga A souverän für den Playoff-Halbfinal qualifiziert und fest an einen Titelgewinn zum Abschluss ihrer Karriere geglaubt.

Wie Kantonsrivale Skorpion Emmental Zollbrück, der ebenfalls auf überzeugende Art und und Weise in den Halbfinal vorgestossen war, müssen Wyss und die Burgdorferinnen ihre Pläne auf die nächste Saison verschieben. Wenigstes etwas Positives bringt der Abbruch der Saison mit sich: Die ehemalige Nationalspielerin Wyss bleibt der Schweizer Unihockeyszene entgegen ihren ursprünglichen Plänen für ein weiteres Jahr erhalten. «Für mich ist klar, dass ich so nicht aufhören kann. Starten wir nächste Saison nochmals einen Versuch», sagt die 28-Jährige.

«Ein fairer Entscheid»

«Aus sportlicher Sicht ist der Entscheid, die Saison abzubrechen, fair», sagt Heinz Zaugg, Sportchef von Floorball Köniz. Von dem Moment an, in dem im Tessin schärfere Massnahmen eingeläutet worden seien, habe der Abbruch Sinn ergeben, weil ja auch Tessiner Clubs sowohl bei den Frauen als auch in der NLB der Männer vertreten seien, meint Zaugg. Was die Absage der Meisterschaft aus wirtschaftlicher Sicht bedeute, könne man hingegen noch nicht genau abschätzen. «Zwar gehen einerseits die Zuschauereinnahmen verloren, aber auf der anderen Seite haben wir nun sicher auch weniger Ausgaben beispielsweise für die Auswärtsspiele. Und das betrifft den ganzen Club bis zu den Junioren», erklärt der Könizer Sportchef.

Wie die Könizer werden auch die Spieler des SV Wiler-Ersigen den Trainingsbetrieb vorerst noch aufrechterhalten, wie Präsident Reto Luginbühl erklärt. Auch für die Schweizer Rekordmeister aus dem Unteremmental ist der Abbruch der Saison «absolut nachvollziehbar». Es habe am Ende keine andere Option mehr gegeben, sagt Luginbühl, «weil die Gesundheit der Bevölkerung das Wichtigste ist».

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Während sicher ist, dass es in dieser Saison keine Meister geben wird, bleiben die Auf-/Abstiegsfragen noch unbeantwortet. Mögliche Optionen werden demnächst durch die Taskforce von Swiss Unihockey mit Einbezug der zuständigen Gremien erarbeitet. «Was das für unser NLA-Team heisst, werden wir noch erfahren», schreibt Rolf Bolliger, Präsident des UHC Thun auf der Website seines Clubs. «Wir stehen hinter diesem Entscheid. Für uns ging Gesundheit immer vor Sport und Kommerz. Es hätte aber gerade auf Juniorenstufe eines der erfolgreichsten Jahre werden können für den UHC Thun. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben», schreibt der Präsident der Thuner.